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Kirchengeschichte
Entstehung
Seite
338
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Konstantmus u. Licinius. Jahr Christus 515. Melchiades.»Gewalt besaß, daß er ohne Nachtheil die Rettung so vieler Menschenhatte bewerkstelligen können. Er war demnach der Einzige, welcherunser tiefliegendes Verderben berührte, der Einzige, welcher unsereLeiden ertrug, der Einzige, welcher die Strafe für unsere Sünden auf»sich nahm, welcher uns, die wir nicht erst halb todt waren, sondern»bereits verwesend und einen häßlichen Geruch verbreitend in den Grä-»bern lagen, uns ehemals und jetzt durch seine menschenfreundliche Sorgestärkte, ganz gegen unsere eigene Hoffnung und Erwartung rettete,»und uns der Güter seines Vaters im Ueberflnsse theilhaftig machte,»er, der Lebensgeber, der Lichlspender, unser großer Arzt, König und»Herr, der Christ Gottes. Jndeß damals, als das ganze Meuschenge-schlecht durch die Verführung abscheulicher Dämonen und die Wirksam-keit gotthassender Geister in dunkler Nacht und tiefer Finsternis; ver-graben lag, genügte schon seine einmalige Erscheinung, um die festen Bandeunserer Sünden wie Wachs, das von den Strahlen der Sonne schmilzt,zu lösen. Jetzt aber, da der das Gute hassende Neid und der daS»Böse liebende Teufel wegen dieser so hohen Gnade und Wohlthat fastzerbarst und seine ganze todbringende Macht wider uns zu Felde»ziehen und zuerst, gleich einem tollen Hunde, welcher die gegen ihn»geworfenen Steine mit den Zähnen anfaßt und seine Wuth gegen die»ihn Abtreibenden an den gegen ihn geschleuderten leblosen Gegenständenausläßt, seinen thierischen Zorn die Steine der Kirche und die leblosenMaterialien der Gebäude entgelten ließ und die Kirchen, wie er wenig-stens wähnte, verödete, sodann sein schreckliches Gezisch und seineSchlangenlaute bald in den Drohungen der gottlosen Tyrannen, baldin den verleumderischen Verordnungen ruchloser Statthalter hören ließund noch dazu seinen Tod ausspie und mit mörderischem und seelcn-verdcrbendem Gift die von ihm ergriffenen Seelen vergiftete und bei-nahe durch die todbringenden Opfer todtcr Götzenbilder tödtete, zuletzt»aber noch jedes wilde Thier und jegliches Ungeheuer in Menschengestaltwider uns hetzte, erschien wiederum plötzlich und unerwartet nach einer»hinreichenden Uebung, welche die bravsten Streiter seines Reichs durchihre Beharrlichkeit und Standhaftigkeit in jeder Beziehung bewiesenhatten, der Engel des großen Raths, der große Schaarenführer Gottes,vertilgte alle seine Widersacher und Feinde und machte sie zu nichts,so daß man glauben könnte, daß nicht einmal ihr Name je da gewesensey; seine Freunde und Angehörigen aber erhnb er nicht nur bei allen»Menschen, sondern sogar bei den Mächten des Himmels, bei Sonne,Mond und Sternen und bei dem ganzen Himmel und der ganzen Welt»über alle Herrlichkeit, so daß nun, was noch nie sonst geschehen ist,die obersten Machthaber im Bewußtseyn der von ihm erhaltenen Würde»den todten Götzenbildern in das Gesicht speien, die gottlosen Gebräuchebei Verehrung der Dämonen mit Füßen treten und über den allen»ihnen von ihren Vätern überlieferten Jrrthum lachen und nur einen