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Kirchengeschichte
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337
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Konstantinus u. Lioinius. Jahr Christus 315. MelchiadeS. 337wiederum:(1)Herr, ich habe lieb die Pracht deines HauseS und dieStätte der Wohnung deiner Herrlichkeit." Und nicht bloß ein jedereinzeln für sich, sondern alle auf einmal laßt uns einstimmig undeinmüthiglich ihn preisen, aufjauchzen und sprechen:Groß ist derHerr und hvchgelobt in der Stadt unseres Gottes, auf seinem heiligenBerg. (2) Denn er ist wahrhaftig groß und groß sein Haus, hochund lang und schon vor den Söhnen der Menschen. Groß ist derHerr, der allein Wunder thut. Groß ist er, der Großes und Uncr-,,forschliches thnt, Herrliches und Erstaunliches, dessen keine Zahl(3)ist. Groß ist er, der die Zeiten und Stunden verändert, der Königeeinseht und absetzt, (ä) der den Dürftigen aufrichtet von der Erde undden Armen erhöht aus dem Kothe.(5) Er stürzt Fürsten von ihrenThronen und erhebt Schwache von der Erde. Er überhäuft die Hung-rigen mit Gütern und zerbricht den Arm der Uebermüthigen. (6) Undso hat er nicht bloß den Gläubigen, sondern auch den Ungläubigendie Ucberlieferung des Alterthums bewahrheitet, er, der Wunderthäter,der Großthäter, der Herr über Alles, der Schöpfer der ganzen Welt,der Allgewaltige, der Allgütige, der einzige und alleinige Gott, ihmlaßt uns das neue Lied singen und in Gedanken hinzusetzen:Ihm,der allein Wunder thut; denn seine Güte währet ewiglich, (7) ihm,der große Könige schlägt und gewaltige Könige tödtet; denn seine Gütewähret ewiglich. (8) Er gedachte an uns in unserer Erniedrigung underlösete unö von nnsern Feinden. (9) Laßt uns nie aufhören, denAllvater laut zu preisen. Aber auch den laßt unö immer mit unseremMunde ehren, der die zweite Ursache unseres Glückes ist, der uns zurGottcserkenntniß einleitet, den Lehrer der wahren Religion, den Ver-dichter der Gottlosen, den Tyranncntödter, den Sittenverbesserer, Je-sum, der unser Heiland ist, die wir ohne Hoffnung waren. Denn erallein hat als der einzige, allgütigs Sohn eines allgütigen Vaters,dem Willen seines menschenliebenden Vaters gehorchend, mit großerBereitwilligkeit die Natur von uns, die wir unten im Verderben lagen,angenommen, wie ein trefflicher Arzt der Rettung der Kranken wegendie Ucbel untersucht, Eckelhastes berührt, bei fremden Leiden selbstSchmerzen empfunden und uns, die wir nicht bloß krank waren, nicht.bloß an schmerzhaften Geschwüren und eiternden Wunden litten, son-dern bereits bei den Todten lagen, selbst aus den Schlünden des To-dcs durch sich selbst errettet, da kein anderer himmlischer Geist so viele

(1) Psalm 26, 8.

(2) Psalm 48, t.

(3) Hieb 9, 19.

(4) Daniel 2, 2l.

(5) Psalm 113, 7.l61 Luk. 1, 52. 53.

(71 Psalm 136, 4.

(8) Psalm 135, 17. 18.

(9) Psalm 135, 23. 24.

Eusebius Kirchcngeschichte. 22