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Kirchengeschichte
Entstehung
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334
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334 Konstanrinus u. Licinius. Jahr Christus 313. Melchiades-

gotrübt, mit den Strahlen himmlischen Lichtes den Gemeinden Christiauf der ganzen Erde und selbst diejenigen, welche außer unserer Gesell-schaft (1) waren, konnten mit uns desselben Genusses, oder doch wenig-stens eines Abflusses und eines Theils der uns von Gott geschenktenGuter theilhaftig werden.

Iweites Hauptstück.

Von der Wicdcraufbauung der Kirchen.

Alle Menschen waren nun von der drückenden Herrschaft der Tyran-nen erlöst, und, von den früher» Leiden befreit, bekannte ein Jeder aufseine Art, daß der Beschützer der Frommender allein wahre Gott sey.Wornämlich aber waren wir, die wir auf den Christ GotteS unsere Hoff-nungen gesetzt hatten, voll einer unaussprechlichen Heiterkeit und in Allenwohnte eine gewisse göttliche Freude, da wir sahen, daß alle Oerter,die noch vor Kurzem durch die Gottlosigkeit der Tyrannen in einen Trüm-merhaufen verwandelt worden waren, wie nach einem langen, tödtlichenVerderben wieder auflebten und daß die Tempel wieder von Grund ausbis zu einer erstaunlichen Höhe aufgebaut wurden und einen weit größernGlanz erhielten, als die früher zerstörten gehabt hatten. Allein auchdie höchsten Machthaber selbst sicherten uns durch eine Reihe zu Gunstender Christen erlassenen Gesetze noch mehr die uns von Gott erwiesenehohe Gnade. Au die Bischöfe gelangten, persönlich von dem Kaiser,Schreiben, so wie Würden und Geschenke an Geld. Es dürfte nichtunpassend seyn, diese Schreiben, ans dem Lateinischen in das Griechischeübersetzt, an seinem Orte dieser unserer Geschichte, als einem heiligenDenkmale einzuverleiben, damit sie auch zur Kenntniß der Nachweltgelangen.

Drittes Hanptstnck.

Von den aller Orten gehaltenen Kirchweihuiigcn.

Hieraus stellte sich ein uns Allen Erwünschtes und ersehntes Schauspieldar. In allen Städten waren Einweihungsfeierlichkeiten, Weihungcn derso eben neuerbanten Gotteshäuser, zahlreiche Versammlungen der Bischöfe,Zusammenströmen von Leuten ans fernen, fremden Ländern, gegenseitig

(t) Es scheint, daß hierunter nicht bloß die Heiden zu verstehen sind, welche sonst ge-wöhnlich ol eEcockku genannt werden; vielmehr gibt der Zusatz rss ?sst«5 -ckrsterözu erkennen, daß hierunter auch die Juden und die abgesonderten christlichen Parteien ge-dacht werden müssen, wie es auch die Sache selbst erfordert. Denn das Gleiche, was siezu genießen hatten, war die Religionsfreiheit, welche nach dem erstcrn Edikt des Konstan-rinus Allen crtheilt wurde, wie aus dem im fünften Hauptst. angcftihrtrn Edikt erhellt.

Stroth.