Kvustiiutiuus u. Li'ciuiuö. Jahr Christus 313. Melchiades.war die Liebe eines Volks gegen das andere, denn sie versammelten sich alsGlieder des Leibes Christi zu Einem Ganzen. Es wurde nun nach derWeistagung des Propheten, welche das Zukünftige auf eine mystische Artvoraussagt, (2) Gebein an Gebein, und Fuge an Fuge gefügt und was sonstnoch diese prophetische Stelle in dunkeln Worten untrüglich vorhersagte.Es zeigte sich die Eine Kraft und Macht des göttlichen Geistes, welche asteGlieder durchdrang. Ein Herz und Ein Sinn Aller, ein und derselbe Glau»beuseifer, Ein übereinstimmendes Lob der Gottheit aus Aller Munde. DieBischöfe verrichteten den Gottesdienst und die Priester ihre priesterlichenVerrichtungen auf das Vollkommenste. Hehre Gebräuche wurden in denKirchen beobachtet, theils durch Psalmensingen und Anhören des unsvon Gott gegebenen Worts, theils durch Verrichtung mystischer, heili-ger Dienste, (2) und die geheimuißvollen Zeichen des Leidens unsers Erlö-sers (5) wurden anSgetheilt. Zugleich verehrten Menschen jeglichen Altersund Geschlechts ans voller Sinneskraft mit freudigem Herzen und GemüthGott, den Geber alles Guten, durch Gebet und Danksagung. Es hielt auchjeder von den anwesenden Bischöfen eine feierliche Rede und suchte nachbestem Vermögen die Feierlichkeit zu verherrlichen.
Viertes H n i. p t st ü ck.
Festrede über unsere glücklichen Verhältnisse.
Es trat auch ein Mann von mittelmäßigen Talenten (ä) auf, wel-cher eine Rede verfertigt hatte, und hielt dieselbe in Gegenwart sehrvieler als zu einer Kirchenfeierlichkeit versammelten Bischöfe, welche mitStille und Anstand zuhörten. Er wandte sich dabei gegen einen ganzvortrefflichen und gottseligen Bischof, (5) durch dessen Bemühungen derTempel zu Tyrus, der bei weitem schönste in ganz Phönicien, auf dasHerrlichste erbaut zu Stande gekommen war.
Festrede auf die Aufbauung der Kirchen, gesprochenvon Paulinus, Bischvf zu Tyrus. (6)
(1) Ezechiel 37, 7.
(2) Darunter scheinen die von den Diakonen, Presbytern und Bischöfen vor undwährend des Abendmahls verrichteten Handlungen zu verstehen zu seyn. Srroth will denAusdruck bloß auf die Verrichtungen der Diakonen bei dieser heiligen Handlung beschränktwissen und sucht seine Behauptung durch die Bemerkung zu unterstützen, daß die Verrich-tungen der Diakonen um diese Zeit, außerdem, daß sie Wittwen und Arme zu besorgenhatten, theils in Singen, theils in Austhcilung des heiligen Abendmahls bestanden, welchessie jedoch nicht konsckrirtcn, sondern dieses that der Priester.
(3) Darunter dürfte wohl eher mit mehreren Neucrn das Abendmahl, als, wie einigeAeltcre wollen, die Taufe zu verstehen seyn.
(4l Es ist die höchste Wahrscheinlichkeit, ja, so gut als gewiß, daß dicß Eusebiusselbst gewesen. Seine Freundschaft mir dem Paulinus, dem die Rede, so wie das ganzeBuch, zugeeignet ist, seine Schreibart, die in der Rede herrscht, die Art, wie er sich überden Redner ausdrückt und endlich die Einrückung der Rede selbst, lassen uns nicht daranzweifeln. Stroth.
(5) Nämlich gegen den Paulinus, der damals Bischof von Turus war.
(6) Diese Festrede ist das älteste, »och vorhandene Dokument solcher Kasualredcn.