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Kirchengeschichte
Entstehung
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331
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KonstantiunS u. Licinius. Jahr Christus 313. MelchiadeS. 331

Eilstes Hauptstück.

Von dem letzten Untergänge der Feinde der Religion.

Nachdem mm Maximians, welcher von allen Feinden der Religionnoch allein übrig, aber auch zugleich der ärgste gewesen war, ein solchesEnde genommen hatte, so wurden die Kirchen durch die Gnade des allwal-tenden Gottes von Grund aus neu aufgebaut und die Lehre Christi leuchtetezur Ehre des allmächtigen Gottes und gewann die frühere Freiheit in volle-rem Maaße zurück, hingegen wurden die gottlosen Feinde der Religion mitder äußersten Schande und Schmach bedeckt. Denn zuerst wurde geradejeuer Maximinus von den Kaisern für den ärgsten Feind erklärt und inöffentlichen Anschlägen der ruchloseste, verabscheuungswürdigste und gvtt-verhaßteste Tyrann genannt. Alle Gemälde, welche ihm und seinen Kin-dern zu Ehren (l.) in allen Städten aufgestellt waren , wurden theils vonoben herunter auf den Boden geworfen und zerbrochen, theils wurden dieGesichter mit einer dunkeln Farbe überschwärzt und dadurch unkenntlichgemacht. Eben so wurden alle ihm zu Ehren errichteten Bildsäulen her-unter geworfen und zerbrochen und waren Allen, welche ihren Muthwillendaran auslassen und sie beschimpfen wollten, als ein Gegenstand des Spot-tes und des Hohnes ausgesetzt. Hierauf wurden auch den andern Feindender Religion alle ihre Würden genommen und Alle diejenigen von den An-hängern des Maximinus getvdtct, welche von ihm unter den Statthalternvorzüglich waren geehrt worden und die, aus Schmeichelei gegen ihn widerunsere Religion mit Heftigkeit gewüthet hatten. Unter ihnen war Peuce-tius, (2) ein vor allen Andern von ihm bevorzugter und hochgeehrter Mannund sein bester Freund, den er zwei- und dreimal zum Konsul und zumFinanzminister gemacht hatte, deßgleichen Kulcianus, der ebenfalls alleobrigkeitlichen Aemter durchlaufen und sich auch durch unzählige Hinrichtun-gen der Christen in Aegypten einen großen Namen gemacht hatte, so wienoch viele Andere, durch welche hauptsächlich die Tyrannei des Maximumswar bestärkt und gesteigert worden. Auch den Theoteknus forderte diegöttliche Gerechtigkeit zur Strafe, welche keineswegs vergessen hatte, waser gegen die Christen verübt. Es hatte geschienen, daß ihm wegen der Auf-richtung des Bildes zu Antiochien das Glück lachte und er war von Maxi-minus schon mit einer Statthalterschaft belohnt worden. Als aber Liciniusin die Stadt Antiochien kam, so ließ er die Zauberer aufsuchen und diePropheten und Priester des neu gemachten Götzenbildes auf die Folter brin-gen und sie befragen, auf welche Art sie ihren Betrug gespielt hätten- Da

tck) Es ist bekannt, daß dicfi eine gewöhnliche Ehre war, die den Kaisern und ihrerFamilie wicdcrfuhr. Ucbrigens erzählt Laktantius im 50stcn Hanptst. des angeführtenBuchs, daß Maximinus zwei Kinder gehabt habe, einen Sohn von acht Jahren und eineTochter von sieben Jahren. Ihre Mutter ließ Licinius in den Fluß Orontcs werfen.

Stroth.

(2) Rufinus nennt ihn Peuccdius; Walesius aber behauptet mit ziemlicher Wahrschein-lichkeit, daß sein Name im Lateinischen Picentius geschrieben werden muffe.