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Kirchengeschichte
Entstehung
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326
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32<i Konstantiuus u. Lieiiiius. Jahr Christus 3t 2. Melchiades.suchen solle. Damals nun, als mein Befehl meiner Anweisung zufolgevon den Richtern beobachtet wurde, fiel es nie vor, daß Einer aus denProvinzen des Orients verbannt oder daselbst auf eine gewaltthätigeWeise behandelt worden wäre, sondern sie sind vielmehr eben dadurch,daß man nichts Gewaltthätiges gegen sie vorgenommen, zur Verehrungder Götter zurückgerufen worden. Nach diesem aber, als ich im verflos-senen Jahre glücklich nach Nikomedia kam und mich daselbst aufhielt, er-schicnen Einwohner dieser Stadt vor mir mit Bildern der Götter undbaten mich inständig, eS möchte doch dieser Partei ans keine Weise gestattetwerden, in ihrer Vaterstadt zu wohnen. Allein da ich erfuhr, daß sehrviele Leute dieser Religion in diesen Gegenden wohnen, so fiel mein Be-scheid dahin auS, daß ich dieser Bitte sehr gerne willfahren würde, alteinich hätte bemerkt, daß nicht alle dieselbe an mich haben ergehen lassen.Wenn nun Einige seyen, welche in dem genannten Aberglauben verharren,so könne ja in diesem Falle ein Jeder in dem, woran er Gefallen habe,seinem eigenen Willen folgen, auch, wenn er wolle, den Dienst der Götteranerkennen. Dennoch aber fühlte ich mich gedrungen, sowohl den Ein-wohnern der Stadt Nikomedia, als auch der andern Städte, welche eben-falls dieselbe Bitte sehr angelegentlich an mich gelangen ließen, nämlichdaß auch nicht ein einziger Christ in ihren Städten wohnen dürfe, einegeneigte Antwort zu ertheilen, weil eS theils alle vormaligen Kaiser sogehalten hatten, theils auch, den Göttern selbst, durch welche alle Menschenund die Regierung des Staates selbst erhalten werden, so gefiel, daß icheine solche Bitte, welche sie für den Dienst ihrer Götter darbrachten, ge-währen sollte. Demnach also und obgleich es schon früher deiner E.rcelleuzdurch Schreiben zu wissen gcthan und auch durch Mandate befohlen wor-den ist, gegen die Provinziellen, welche diese Religion beibehalten wollen,nicht mit Härte, sondern mit Milde und Mäßigung zu verfahren, sohabe ich es doch, damit sie nicht von Seite der Beneficiarien (1) odereines jeden Andern Mißhandlungen und Vedrängungen ausgesetzt sind,für angemessen gehalten, auch in diesem Schreiben deine Excellenz darausaufmerksam zn machen, daß du unsere Provinzialen mehr durch Freund-lichkeit und Vorstellungen zur Anerkennung der Fürsorge der Götter zubringen suchst. Wenn daher Einer aus eigener, freier Ueberzcugung sichentschließt, den Dienst der Götter anzuerkennen, so muß man ihn willig..aufnehmen; wollen aber Andere lieber ihrer eigenen Weise folgen, so magstdu es ihrer eigenen Neigung überlassen. Demnach soll deine Ercellenzdas, was befohlen ist, beobachten und Niemanden darf erlaubt werden,unsere Provinzialen durch Mißhandlungen und Bedräuungen zu beun-

(t) Bcncsiciarii sind eigentlich durch die Gunst ihrer Vorgesetzten bevorzugte und man-cher Dienstpflicht enthobene Soldaten. Weil sie aber sich auch zu Werkzeugen minder edlerZwecke ihrer Vorgesetzten rc. hergeben mochten, und weil besonders unter der mit Furchtgepaarten Despotie der Soldat politischer und statistischer Bchorchcr war, so setzte sie schonTertullian mit den Spähern, Auflauern rc. in Eine Kategorie und in diesem Sinne istdas Wort auch in unserer Stelle zu nehmen.