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Kirchengeschichte
Entstehung
Seite
327
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Koustantiuns u. Licinius. Jahr Christus 5 Ist. Melchiades. i!27ruhigen, da es, wie vorhin bemerkt worden ist, schicklicher ist, daß dieselbenmehr durch Vorstellungen und Freundlichkeit zum Dienste der Götter zu-rückgebracht werden. Damit aber dieser unser Befehl zur Kenntniß allerunserer Prvvinzialeu gelange, so mußt du unfern Witten durch ein von diranzuschlagendes Edikt bekannt machen." Da Mariminus nicht nach seinerwahren Gesinnung, sondern von der Noth gezwungen diesen Befehl erlassenhatte, so wurde er von Niemand mehr für aufrichtig oder glaubwürdig ge-halten , weil er schon früher nach einer ahnlichen Vergünstigung eine unbe-ständige und trügerische Gesinnung gezeigt hatte. ES wagte daher Nie-mand von den Unsrigen eine Zusammenkunft zu halten, noch auch sich selbstganz frei und offen zu geben, da dieß ja nicht einmal in dem kaiserlichenBefehle enthalten war, sondern diese nur Beeinträchtigungen gegen unsverbot, hingegen keineswegs die Aufforderung an uns enthielt, Zusammen-künfte zu halten, Gotteshäuser aufzubauen und sonst etwas von unseremgewöhnlichen Gottesdienste zu verrichten. Und doch hatten die Befördererdes Friedens und der Religion, Konstantinus und Licinius, an ihn geschrie-ben, dieß zu erlauben und Allen ihren eigenen Unterthanen durch Manifesteund Edikte diese Erlaubniß ertheilt. Allein der Erzbösewicht war noch nichtWillens hierin nachzugeben, als bis er endlich vom göttlichen Strafger-^teverfolgt, am Ende auch wider Witten sich dazu gezwungen sah.

«Zehntes Haupt stück.

Von dem Untergänge der Tyrannen und welcher Worte sie sich noch vor ihrem Ende

bedient.

Folgendes war aber die Ursache, welche ihn dazu nöthigte. Da er dieGroße der ihm ohne Verdienst übertragenen Herrschaft nicht mehr zu tragenvermochte, sonders aus Mangel eines gesunden, einem Kaiser nöthigen Ver-standes den Staat auf das Schlechteste regierte, so erhub er sich ohne allenGrund in übermüthigem Stolze, begann bereits es zu wagen, gegen seineMitrcgenten, die in jedem Betrachte Vorzüge vor ihm besaßen, sowohl derGeburt und Erziehung nach, als auch in Hinsicht auf Würde und Einsichtund, was noch das Hauptsächlichste ist, in Hinsicht auf Sittlichkeit und Ver-ehrung des wahren Gottes, übermüthig sich zu benehmen und sich selbst inTiteln den ersten Rang beizulegen. Später ging seine Kopflosigkeit sogarin völligen Wahnsinn über. Er brach den Vertrag, den er mit Liciniusgeschlossen hatte und erregte einen unversöhnlichen Krieg. Hierauf ver-breitete er in Kurzem eine allgemeine Verwirrung, setzte alle Städte inSchrecken, sammelte seine ganze Streitmacht, eine Menge von unzählbarenTausenden,(1) und zog auS zur Schlacht gegen Licinius, auf die Hoffnun-gen, welche die von ihm für Götter gehaltenen Dämonen in ihm erregt und

(1) Er stellte nach Imct. <Ie iiiort. pars. c. Äs. den 30,00» des Licinius 70,000 Mannentgegen. Letzterer hatte wegen des raschen Anri'ickcns seines Gegners seine Truppen zusammeln keine Zeit gehabt.