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Kirchengeschichte
Entstehung
Seite
323
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Konstantinus n. Licinius. Jahr Christus 512. Melchiades. .'>2."fürchtigeu wären. Bei diesem Allen zeigte der große und himmlische Schutz-gort der Christen durch die vorhin erwähnten Vorfälle seine Drohung undseinen Unwillen gegen alle Menschen für all die übermäßigen Leiden, diesie unS verursacht hatten; uns aber ließ er wiederum den gnädigen Strahlseiner Fürsorge für uns in vollem Glänze leuchten und das Licht des Frie-dens wie aus einer dichten Finsterniß auf das Wunderbarste strahlen, Allenkund machend, daß Gott selbst immer der Lenker unserer Schicksale gewesen,der zwar nach Umständen sein Volk mit Strafen heimsucht und züchtigt,allein sich wiederum nach hinlänglicher Züchtigung gegen diejenigen, dieihre Hoffnung auf ihn setzen, gnädig und barmherzig erzeigt.

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Von dem Siege der gottseligen Kaiser.

Denn als Kvnstantinus, der, wie wir oben gemeldet haben, Kaiservon einem Kaiser entsprossen und ein Frommer von einem höchst frommenund vernünftigen Vater erzengt war, und Licinius, der zweite im Rangenach ihm,(1) beide durch Klugheit und Gottseligkeit ausgezeichnet, vondem allmächtigen Gott, dem Allherrscher und dem Erretter, als gottgeliebteMänner gegen die beiden gottlosesten Tyrannen erweckt wurden und einenförmlichen Krieg gegen sie führten, so wurde, da Gott ihnen beistand, zuRom Maxentius von Kvnstantinus auf die wunderbarste Weise gestürztund im Orient kam ebenfalls der jenen nicht lange überlebende Maximinusdurch Licinius, der damals noch nicht von Wahnsinn befallen war, (2) aufdie schimpflichste Art ums Leben. Zuerst zog Konstantinus, der auch anWürde und Rang des KaiserthumS der erste war, voll Erbarmen mit denzu Rom von dem Tyrannen Unterdrückten, nachdem er den Gott des Him-mels und dessen Logos, den Erlöser aller Menschen, Jesum Christum, imGebet um Beistand angerufen hatte, mit seinem ganzen Heere aus, umden Römern ihre alte Freiheit wieder zu verschaffen. Maxentius, welchermehr Vertrauen auf seine Zauberkünste, als auf die Ergebenheit seinerUnterthanen setzte, wagte nicht einmal, sich aus den Thoren der Stadthervorzumachen, sondern suchte alle Oerter, Bezirke und Städte, die ihmum Rom und ganz Italien herum unterworfen waren, mit einer zahllosenMenge Soldaten und Tausenden von Kriegsschaaren zu decken. Der KaiserKonstantinus aber, auf den Beistand Gottes vertrauend, griff das erste,zweite und dritte Heer des Tyrannen an und schlug sie alle vollständig,rückte sodann weit in Italien vor und stand bereits ganz nahe bei Rom.Da zog, um dem Konstantinus einen Kampf mit den Römern um desTyrannen willen zu ersparen, Gott selbst diesen gleichsam in Fesseln weit

(1) Dieß ist unrichtig. Beide besaßen völlig gleichen Rang.

(2) D. h., der damals noch nicht, wie spater, ein Feind der Christen war.

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