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Kirchengeschichte
Entstehung
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316
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Skg KvnstantinuS u. Ll'ciniuS. Jahr Christus 5t2. MelchiadeS.

Drittes Hauptstück.

Von dem nc« errichteten Götzenbilds zu Antiochien.

Dieser Mann nun bekämpfte uns auf jegliche Weise und machte eSsich zur Aufgabe, die Unsrigen auf jede mögliche Art wie gottlose Diebe ausden Winkeln aufzuspüren. Nachdem er uns zu verleumden und zu verkla-gen Alles angewandt hatte und an dem Tode sehr Vieler Schuld gewesenwar, so errichtete er zuletzt unter allerlei Gaukeleien und Zaubereien einBild des Jupiter Philius (1) und stellte dabei unreine Einweihungen, eitleMysterien und abscheuliche Reinigungen an und brachte seine Gaukelei durchOrakel, die er zu ertheilen vorgab, bis vor den Kaiser selbst. Und wirklichreizte dieser Mensch durch Schmeicheleien, die dem Kaiser gefielen, denTeufel gegen uns auf und sagte, der Gott verlange, daß die Christen alsseine Feinde aus der Stadt und ihrer Umgegend vertrieben würden.

Viertes H a u p t st ü ck.

Von den Beschlüssen der Städte wider uns.

Nachdem es diesem nach Wunsch gegangen war, so begannen die ob-rigkeitlichen Personen aller Städte des Regierungsantheils des Maximinuseinen gleichen Beschluß zu fassen, wozu die Statthalter der Provinzen, alssie bemerkten, daß dieses dem Kaiser wohlgefällig sey, ihre Untergebenenunter der Hand veranlaßten. Da der Tyrann auch ihnen wegen ihrerBeschlüsse sein gnädiges Wohlgefallen durch ein Rescript zu erkennen gab,so entbrannte wiederum von Neuem die Verfolgung gegen uns. Es wurdenPriester der Götzenbilder in den Städten angeordnet und überdies; vonMaximinus selbst (2) Oberpriester, wozu Männer genommen wurden, welchesich durch eine ausgezeichnete Verwaltung aller ihrer öffentlichen AemterRuhm erworben hatten. Diese ließen sich die Besorgung des Dienstes ihrerGottheiten auf das Eifrigste angelegen seyn. Um es kurz zu sagen, derausschweifende Aberglaube des Regenten veranlaßte alle seine Unterthanen,Befehlende sowohl als Gehorchende, ihm zu Gefallen Alles sich gegen unszu erlauben, i» der Meinung, sie könnten ihm für die Wohlthaten, die sievon ihm zu erlangen hofften, keinen größern Dank abstatten, als wenn sieMord gegen uns schnaubten und neue Bosheiten gegen uns verübten.

(t) Diesen Beinamen führte Jupiter als Beschützer der Freundschaft.

(2) Die Priestcrstellcn in den Provinzen waren bisher von den Rathskollegicn besetztworden und zwar mit solchen aus ihrer Mitte, welche die Municipalämtcr mit Ruhm be-kleidet hatten; jetzt ernannte sie Mariminus selbst, um sicher die ausgezeichnetsten Männerdes Senats und solche, von denen er die eifrigste und einflußreichste Wirksamkeit für dieWiederbelebung des Heidcnthums erwarten konnte, zu denselben befördern zu können.