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Kirchengeschichte
Entstehung
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315
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Konstantinus u. Linning. Jahr Christus 312. Melchiadcs. Z15Veränderung riefen sie laut, der Gott der Christen sey groß und derallein wahre. Von den Unsrigen aber nahmen diejenigen, welche denKampf in der Verfolgung treu und standhaft durchgekämpft hatten,wiederum ihr gegen Jedermann freies, offenes Benehmen an; diejenigendagegen, welche am Glauben erkrankt waren und an ihren Seelen Schiff-bruch gelitten hatten, eilten voll Begierde zu ihrer Heilung, baten dieStarken inständig, ihnen die rettende Hand zn reichen und flehten zuGott, daß er ihnen gnädig seyn möchte. Hierauf kehrten auch die edelnKämpfer der Religion, welche von ihren Leiden in den Bergwerken be-freit waren, in ihre Heimath zurück, fröhlich und vergnügt durch alleStädte gehend und voll von einer unaussprechlichen Heiterkeit und einerdurch keine Worte auszudrückenden Freimüthigkeit. Zahlreiche Schaarenzogen, mitten auf den Landstraßen und öffentlichen Plätzen, in Liedernund Psalmen Gott preisend, ihres Weges einher und man konnte jetztdiejenigen, welche noch kurz vorher unter den größten Mißhandlungenin Ketten und Banden aus ihrer Heimath vertrieben worden waren,mit heiterem und freudevollem Gesicht wieder Besitz von ihren Wohnungennehmen sehen, so daß auch diejenigen, welche früher Mord gegen unsgeschnaubt hatten, wie sie dieses ganz unverhoffte Wunder sahen, unszu dem Ereignisse Glück wünschten.

Zweites Hauptstü ck.

Von der hierauf erfolgten Verschlimmerung.

Allein dieß vermochte der Tyrann, (l) welcher, wie gesagt,lden Orientbeherrschte, als ein Mann, der alles Gute haßte und allen Tugendhaftenhinterlistig nachstellte, nicht länger zu ertragen, sondern es waren nichtvolle sechs Monate, während welcher er die Sachen so gehen ließ, als eralle möglichen Mittel zur Störung des Friedens anwandte. Zuerst suchteer uns unter einem gewissen Vorwande von den Zusammenkünften auf denBegräbnißplätzen abzuhalten. Hierauf richtete er eine Gesandtschaft ansich selbst, indem er durch einige schlechte Menschen die Bürger von Antio-chia anstiftete,' sie sollten sich als die größte Gnade von ihm den Befehlerbitten, daß es keinem Christen erlaubt seyn solle, in ihrer Stadt zuwohnen. Eben so wurden Andere von ihm veranlaßt, das Nämliche zuthun. Anstifter von allem diesem war,Thcoteknus zu Antiochien selbst,ein gewaltthätiger, schlechter Mensch, der sich mit Zauberei abgab undnichts mit seinem Namen (2) gemein hatte. Er verwaltete das Amt einesNennneisters zu Antiochien.

(1) Mariminus sing auf erhaltene Nachricht von dem Tode desGalcrius, der ungefährvier oder fünf Monate nach dem Widcrrufunqsedikt erfolgte, die Verfolgung im Orient vonNeuem an. Stroth.

(2) Der Name bedeutet Gottcskind.