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Kirchengeschichte
Entstehung
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310
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310 GaleriuS :c. Jahr Christus 511. Melchiades.unsägliche Menge Würmer hervor und eiu pestilentialischer Geruch ver-breitete sich überall, da ihm die ganze Masse seines Körpers wegen seinerGefräßigkeit auch schon vor dieser Krankheit zu einem außerordentlichenGrad von Fettigkeit angewachsen war. Dieß ging nun in Fäulniß überund bot allen denen, welche sich näherten, einen unerträglichen und schauder-haften Anblick dar. Von den Aerztcn wurden einige, weil sie den Unge-heuern Gestank durchaus nicht zu ertragen im Stande waren, hingerichtet,andere bei der völligen Unheilbarkcit, weil sie der ganz aufgeschwollenenKörpermaße keine Hülfe zu schaffen wußten, auf das Unbarmherzigste um-gebracht.

Siebzehntes <Hauptstü ck.

Von der Widerrufung des kaiserlichen Edikts.

Da er nun mit so großen Leiden zu kämpfen hatte, erwachte sein Ge-wissen über das, was er gegen die Gottesverehrer begangen hatte. Ersammelte also seine Gedanken und bekannte zuerst dem allmächtigen Gottseine Vergehungcn, alsdann ließ er seine Großen zusammenrufen und be-fahl ihnen, ohne Verzug die Verfolgung gegen die Christen einzustellen undsogleich durch einen kaiserlichen Befehl und Edikt deren Kirchen eiligst wie-der aufbauen zu lassen, damit dieselben ihren gewöhnlichen Gottesdienstdarin verrichten und Gebete für das Leben des Kaisers anstellen könnten.Dem Worte folgte sogleich die That. In allen Städten wurden kaiserlicheEdikte (1) angeschlagen, deren Inhalt der Widerruf des gegen uns Erlasse-nen war und also lautete:

G a l c r i u s V a l e r i u 6 M a x i m i n u SAug ustus, Selbst-herrscher und Kaiser, der Unüberwindliche, Oberprie-ster, (2) Besiege r der Germanen, Besieger von Aegypten,Besieg er von Thebais, fünfmal Bcsieger der Sarma-ten, (5) Besieger der Perser, zweimal Besieger der Kar->,per,(4) sechsmal Besieg er der Armenier, Besieg er derMeder, Besieger der A d i ab eu e r, (5) zwanzigmal Besi-tzer der Trib u ne n g ew a l t, nennzehnmal I m p e r a t or, (g)

(1) Zu Nicomedia, der damaligen Residenz des Galerms, wurde dieses Edikt imJosten April angeschlagen. Lt. Imot. üo mort. pers. c. 35.

(2) Da die Stelle eines Obcrpriestcrs, die höchste geistliche Würde zu Rom, von derhöchsten Wichtigkeit und dem größten Einflüsse auf mancherlei Staatsangelegenheiten war,so trugen die Kaiser kein Bedenken, dieselbe anzunehmen und mit in ihren Titeln zu führen.

(3) Die Sarmaten waren ein Volk im ehemaligen Gebiete Polens, der kleinen Tartareiund den angrenzenden Ländern.

(4) Ein Volk an der Nicder-Donau.

(5) Ein Volk in Assyrien.

(6) Imperator war zu den Zeiten der Republik ein Ehrentitel, der den siegreichen Feld-herrn im Heer von dem Volk erthcilt wurde. Zu den Kaiscrzciten bezeichnete er den Kaiser.Nahmen abir die Kaiser den Titel in vollem Sinne an, so setzten sie ihn hinter ihrenRainen und bemerkten dabei, wie oft sie ihn angenommen hatten.