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Kirchengeschichte
Entstehung
Seite
309
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GaleriuS zc. Jahr Christus 311. MelchiabeS. .109Kam einer irgend woher zu Schiffe, so mußte er alle Martern ausstehen,sich foltern, die Seiten zerfleischen und unter Peinigungen aller Art sichbefragen lassen, ob er nicht von den Feinden käme und zuletzt noch die Strafedes Kreutzes- oder des Feuertodes erdulden. Ueberdieß wurden aller OrtenSchilde und Harnische verfertigt, Geschosse, Spieße und andere Kriegsbe-dürfnisse herbeigeschafft, Kriegsschiffe und andere Erfordernisse zu einer See-schlacht zusammengebracht und Jedermann mußte täglich einem feindlichenEinfall entgegen sehen. Hiezu gesellten sich noch in der Folge Hunger undPest, wovon ich zu seiner Zeit das Nöthige beibringen werde. (1)

Sechszehntes Hauptstück.

Wie sich die Sachen zu unserem Vorthcil gewendet.

Solches sind die Vorfälle, die sich während der ganzen Verfolgung er-eignet haben, welche durch die Gnade Gottes im zehnten Jahre gänzlichaufhörte, nachdem sie schon seit dem achten Jahr« etwas nachzulassen ange-fangen hatte. Denn als die himmlische Gnade Gottes uns wieder mitgütigem und huldvollem Auge anblickte, da veränderten auch unsere Regen-ten und zwar gerade diejenigen , (2) von welchen früher der Krieg gegenuns erregt worden war, wieder alles Erwarten ihre Gesinnung, widerriefenihre Edikte und löschten durch für uns sehr günstige Manifeste und diegütigsten Verordnungen die hoch emporlodernde Flamme der Verfolgungaus. Aber es war nichts Menschliches, was dieß bewirkte, nicht Mitleidenoder Menschenliebe der Herrscher, wie wohl Jemand glauben möchte, nein,weit gefehlt denn sie ersannen vielmehr vom Beginne der Verfolgung anbis auf diesen Zeitpunkt immer mehr Grausamkeiten wider uns und immerneue Qualen wurden bald da, bald dort durch die verschiedensten Mittel undWege wider uns hervorgebracht es war die offenbare Aufsicht der gött-lichen Vorsehung selbst, welche wieder versöhnt war mit ihrem Volke undsich an den Urheber der Leiden machte und den Anstifter alles Uebels(Z)in der ganzen Verfolgung mit ihren Strafen heimsuchte. Denn obgleichdieß nach dem göttlichen Gericht so kommen mußte, so sagt doch dieSchrift: (4) Wehe dem, durch welchen Aergerniß kommt. Ihn ergriffalso die von Gott verhängte Strafe und von seinem Leib anfangend schrittsie fort zur Seele. ES entstand nämlich mit einem Male mitten um dieSchamtheile eine eiterhafte Beule und darauf inwendig ein fistulöses Ge-chwür, welches die innersten Theile unheilbar anfraß. Daraus kam eine

(1) Man sehe unten 9, 8.

(2) Ungeachtet Eusebius hier in der Mehrzahl redet, so versteht er doch unter demAusdruck: gerade diejenigen :c. bloß den Marimianus Valerius, welcher seiner Er-zählung zu Folge der grimmigste Feind der Christen war und den DiokietianuS zur Ver-folgung aufgehetzt hatte.

(3) Valerius.

(4) Matth. 18, 7.