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Kirchengeschichte
Entstehung
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308
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308 Valerius :c. I. Chr. 31t. (Dionys. 309.) Eusebius."

dienen müssen, war nur eine einzige zu Alexandrien, eine sehr vornehmeund angesehene Christin, welche über die leidenschaftliche und ungezügelteBegierde des Tyrannen durch eine wahrhaft männliche Standhaftigkeit denSieg davon trug. Sehr angesehen wegen ihres Reichthums, ihrer Geburtund ihrer Bildung ging ihr die Keuschheit über dieses Alles. Diese ver-mochte der Tyrann, so viele Znmuthungen er ihr auch gemacht hatte, den-noch nicht zu tödten, obgleich sie zum Sterben bereit war, da die Leidenschaftseinen Zorn überwog, sondern er bestrafte sie mit der Verbannung und be-raubte sie ihres ganzen Vermögens. Auch sehr viele andere Frauen, welchevon den Stalthaltern der Provinzen die Drohungen mit Schändung nichteinmal anhören konnten, erduldeten jegliche Art von Marter, Folter undTodesstrafe. Sind diese unserer hohen Bewunderung werth, so verdientdieselbe im höchsten Grade eine Frau zu Rom, ebenfalls eine Christin,welche die vornehmste und züchtigste unter allen war, an welchen der dortig«Tyrann Marentius, der gerade, wie Maximinus handelte, seine Brutali-tät auszuüben versuchte. Wie diese hörte, daß Leute, welche der Tyrannzu dergleichen Geschäften zu gebrauchen pflegte, vor dem Hause wären unddaß ihr eigener Mann, der zudem noch Präfckt von Rom war, ans Furchtin ihre Fortführung gewilligt habe, so bat sie sich einen kleinen Aufschubaus, um sich gehörig zu putzen und ging in ihr Zimmer. Als sie sich hierallein sah, erstach sie sich mit einem Schwerte, verschied sogleich und hinter-ließ denen, welche sie wegführen sollten, ihren Leichnam, that aber durch dieThat selbst, welche lauter als alle Worte spricht, allen Menschen, sowohl denjetzt lebenden, als den nachkommenden, zu wissen, daß die Tugend derChristen das einzig Unbesiegliche und Unzerstörbare sey. In einem so hohenGrade herrschte also zu einer und derselben Zeit die Lasterhaftigkeit, welchevon den beiden, den Orient und den Occident beherrschenden Tyrannen ver-übt wurde. Wer könnte nun, wenn er der Ursache so großer Unfälle nach-forscht, als solche die Verfolgung gegen uns zu erklären Bedenken tragen,zumal da diese so große Zerrüttung nicht früher ihr Ende erreichte, als bisdie Christen die freie Ausübung ihres Glaubens wieder zurück erhielten.

Fünfzehntes Hauptstück.

Von dem, was die Heiden betroffen.

Es hörten wenigstens während hl) des ganzen zehnjährigen Zeitraumsder Verfolgung gegen uns wechselseitige Nachstellungen und innerlicherKrieg (2) bei ihnen nicht ans. Das Meer konnte nicht befahren werden.

' Jahr Christus 31t. Melchiades 3Istec Bischof zu Rom.

(1) Während dieser Zeit, nämlich im I. Chr. 311, starb der römische Bischof Eusebius,nachdem er den Stuhl zwei Jahre und acht Monate besessen h«tte. Ihm folgte Melchia-des, ein Afrikaner. Stroth.

«2) Im Westen stand Konstantinus gegen Marentius, im Osten Licinius gegen Maxi-minus zum Kampf genistet. Wenn auch noch kein offener Krieg war, so war doch Alleszum Ausbruche eines solchen reif.