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Kirchengeschichte
Entstehung
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304
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J()4 Diokletianus. Jahr Christus 206. Marcellus,trat nebst dem zweiten nach ihm in das Leben eines bloßen Bürgersund Privatmanns zurück. Kaum aber war dieß also geschehen, so wurdedas ganze Reich in zwei Theile getheilt, eine Begebenheit, von welcherdie ganze frühere Geschichte kein Beispiel aufzuweisen (1) hat. Nichtgar lange nachher (2) starb Konstantins, ein Regent von einem sehrgütigen Charakter, voll Wohlwollen gegen seine Unterthanen und unsererReligion sehr gewogen, eines natürlichen Todes (Z) und hinterließ seinenleiblichen Sohn Konstantinus an seiner Statt, als Selbstherrscher undAngustus zu seinem Nachfolger. Er war soweit der erste unter denKaisern, welcher von den Heiden unter die Götter versetzt (4) und wel-chem nach seinem Tode alle einem Kaiser gebührende Ehre erwiesenwurde. Er war der gütigste und gelindeste unter den Kaisern und dereinzige unter allen Regenten unserer Zeit, der sich seine ganze Regie-rnngszeit hindurch, ans eine den Thron ehrende Weise benommen hat.Wenn Konstantins sich sonst schon gegen alle und jede gütig und wohl-wollend bewies, so nahm er namentlich auch nicht den geringsten Theilan dem Kriege gegen uns, sondern ließ die unter seinem Scepter stehen-den Gottesverehrer weder beschädigen, noch kranken, zerstörte auch nichtdie Kirchengebäude, (5) noch begann er sonst eine andere Neuerung gegenuns. So nahm er ein schönes und höchst seliges Lebensende, der ein-zige, der als Kaiser in Frieden und Ruhm verschied und seinen leib-lichen Sohn, einen in jeder Beziehung vernünftigen und frommen Re-genten, zum Nachfolger hinterließ. Sein Sohn Konstantinus, der als-bald von dem Heer zum unumschränkten Kaiser und Augustus (6) aus-gerufen wurde, aber schon lange vorher von Gott selbst, dem König allerKönige, dazu erklärt worden war, befolgte in Beireff unserer Religiondie frommen Grundsätze seines VaterS. So weit von ihm. Hierauf(7)

(1) Es hatten zwar schon früher mehrere Kaiser miteinander über das römische Reichgeherrscht, jedoch war dasselbe immer als ein Ganzes betrachtet worden. Jetzt erfolgte eineförmliche Theilung zwischen den neuen Augusten Valerius und Konstantins und zwar so,daß jener Jllurikum und die asiatischen Provinzen, dieser Italien, Gallien, Britannien His-panicn und Afrika erhielt. Doch ging, wie Stroth richtig bemerkt, diese Trennung nichtso weit, daß nicht vor gewisse Edikte die Namen sämmtlichcr Kaiser gemeinschaftlich wärengesetzt worden.

(2) Fünfzehn Monate nach erhaltenem Augustentitel.

(?) Zu Evorakum oder Pork, der Hauptstadt des römischen Britanniens.

(4) Dieb ist so zu verstehen, daß er der erste unter den vier zu gleicher Zeit regieren-den Kaisern gewesen, welcher unter die Götter versetzt worden d. h. gestorben sey.

(5) Er war zwar wie man aus den unmittelbar folgenden Worten des Eusebiusschließen könnte kein cnrschiedeiier Geist, aber doch war er ein Freund des Christenthumsund der Christen. Da er als Cäsar sich nicht geradezu den von den beiden Augusten er-lassenen Edikten in seinem Rcichsanthcil cGallien und Britannien, vielleicht auch Hispanien>widersetzen konnte, so beschränkte er sich auf die Niederreißung der christlichen Kirchen^ohne eine Verfolgung gegen die Christen zu verhängen.

(6) Cäsar war er, seit sei» Vater Augustus geworden.

(7) Der Cäsar Severus war von Valerius zum Augustus erhoben worden und hatteItalien zu seinem Rcgicrungsanthcil erhalten. Gegen diesen crhub sich Marcntius, e-^ohirdes Marimianus, und dieser selbst, indem er seine Einsamkeit in Lucanicn verließ und noch-mals den Purpur nahm, an der Spitze der Leibwache und Severus wurde getödtet. Aufdieß ernannte Galerius den Licinius zum Augustus (!1 Nov. 307) und überließ ihm diejllprischcn Provinzen.