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Kirchengeschichte
Entstehung
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303
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Diokletianus. Jahr Christus 306. Marcellus. 30Z

Peleub und Nilus nebst mehreren Andern den Feuertod. Hier müssenwir auch der großen Zierde der Gemeinde zu Cäsarea, des PresbytersPamphilus, des ausgezeichnetsten Mannes unserer Zeit, gedenken, dessenherrliches und muthvolles Benehmen wir an seinem gehörigen Orte(1)beschrieben haben. Unter denen, die zu Alexandrien, in ganz Aegyp-ten und in Thebais auf eine herrliche Art vollendet worden, muß zuerstPetrus, Bischof von Alexandrien selbst, einer der würdigsten Lehrer derchristlichen Religion, genannt werden und unter seinen Presbytern Faustus,DinS und Ammonius, alle vollkommene Märtyrer Christi, so wie Phi-leaö, HesychiuS, (2) Pachymius und Theodoras, Bischöfe verschiedenerägyptischen Gemeinden, und außer diesen noch unzählige andere ausge-zeichnete Männer, deren Namen noch bei den Gemeinden in den dortigenGegenden in Andenken fortleben. Die Kämpfe dieser Männer, welche siedurch das ganze Reich hin für die göttliche Religion gekämpft haben,zu beschreiben und ihr Schicksal in ihren Einzelnheiten genau darstellen,dürfte weniger mir. als vielmehr denjenigen obliegen, welche Augen-zeugen der Begebenheiten gewesen sind. Diejenigen jedoch, wobei ichselbst zugegen gewesen bin, will ich in einer andern Schrift (3) zur Kennt-niß auch der Nachwelt bringen. Im vorliegenden Buche will ich aberder bisherigen Erzählung den Widerruf des Verfahrens gegen uns, sowie die Vorfälle zu Anfang der Verfolgung anknüpfen, da dieß vonnicht geringem Nutzen für die Leser seyn dürfte.

Welcher Fülle von Glück und Wohlstand nun das römische Reichsich zu erfreuen hatte, eh^ der Krieg gegen uns losbrach und so langedie Herrscher freundschaftliche und friedliche Gesinnungen gegen uns heg-ten, dieß zu schildern dürften wohl keine Worte hinreichend seyn. Da-mals feierten die obersten Machthaber ihren zehn- und zwanzigjährigenBesitz des Throns mit Festen, Schauspielen, fröhlichen Gastnächten undandern Lustbarkeiten im tiefsten Frieden. Da nun so das Glück ihrerRegierung ungehinderten Fortgang gewann und von Tag zu Tag zu-nahm, so verließen sie plötzlich das gegen uns beobachtete friedlicheSystem und erregten einen unversöhnlichen Krieg wider uns. Aber nochwar das zweite Jahr der Verfolgung gegen uns nicht zu Ende, alsVeränderungen in Betreff der ganzen Regierung eintraten, welche alleVerhältnisse umkehrten. Denn es ergriff den obersten Gewalthaber eineheftige Krankheit, wodurch sein Verstand verrückt wurde und er(ä)

(1) Nämlich in den Büchern vom Leben des Pamphilus.

l2) Hug vermuthct, es scy derselbe, welcher eine Textesrecension des neuen Testamentsveranstaltete.

(3) In dem Buche von den palästinischen Märtyrern.

(4) Stur christliche Schriftsteller geben als die Ursache von Diokletianus AbdankungTollheit an. Die wahre Ursache war sein vorgeschrittenes Alter und anhaltende Kränklich-keit, vielleicht auch die Besorgnis bevorstehender Unruhen. Der zweite nach ihm, d. h.Maximianus, folgte nur ungern dem Beispiele des Schöpfers seines Glücks und bereutebald genug diesen Schritt. Bekannt ist, das Diokletian den Rest seines Lebens in ländlicherRuhe zu Salona in Dalmatien zubrachte.