GaleriuS. Jahr Christus 508. (Dionysius 506.)" 303wurde Licinius mit gemeinschaftlicher Zustimmung der Kaiser zumSelbstherrscher und Augustus ernannt. Dieß verdroß den Maximinus, (4.)der damals allein unter allen noch den Cäsartitel führte, ungemein. Erriß daher als ein äußerst herrschsüchtiger Mensch diese Würde an sichund ernannte sich selbst zum Augustus.(2) Damals starb derjenigeKaiser, von dem ich erzählt habe, (5) daß er nach seiner Abdankungden Purpur noch einmal umgelegt habe, da von ihm entdeckt wurde,daß er dem Kvnstantinus auf eine hinterlistige Weise nach dem Lebentrachte, eines äußerst schimpflichen Todes.(4) Er war der erste unterden Kaisern, dessen Gemälde, Bildsäulen und was der Art sonst nochden Kaisern zu Ehren aufgerichtet wird, als die eines Gottlosen undhöchst Verruchten, weggenommen wurden.
Vierzehntes H a u p t st ü ck.
Von dem Charakter der Feinde der Religion.
Sein Sohn Maxeutius, der sich zu Rom die Herrschaft angemaßthatte, stellte sich zuerst, um das römische Volk sich geneigt zu machenund ihm zu schmeicheln, (5) als ob er unfern Glauben angenommen hätte.Er befahl deßhalb seinen Untergebenen von der Verfolgung gegen dieChristen abzulassen, um das Ansehen eines Freundes der Religion zugewinnen und viel gelinder und gütiger als die frühern Herrscher zu er-scheinen. Aber er erfüllte keineswegs in der Wirklichkeit die Erwartun-gen, die man von ihm gehegt hatte, vielmehr verfiel er auf jeglicheArt ron Frevelhaftigkeit und ließ keine Abscheulichkeit und keine Aus-schweifung uuausgeübt, sondern Ehebruch und Unzucht aller Art wurdenvon ihm begangen. Er trennte rechtmäßige Gattinnen von ihren Ehe-männern, entehrte dieselben und schickte sie alsdann mit Schimpf undSchande ihren Gatten zurück. Und solche Handlungen erlaubte er sichnicht bloß bei geringen, unscheinbaren Leuten, sondern eS waren näm-
" Galerius Licinius Konstantin und Maxcntius I. Ch. 311. «.Dionys. 309.) Eusebius30stce Bischof zu Rom. I. Chr. 310.
(1) Weil er schon vor Konstantinus und Licinius Cäsar gewesen. Sein Reichsanthcilwar Syrien und Aegypten.
(2) Wie Maximinus dem Galerius meldete, daß das Heer ihn als Augustus begrüßthabe, so sah sich dieser genöthigt, ihn als solchen anzuerkennen.
(3) Wen» diese Stelle nicht verdorben ist, so findet hier ein Gedächtnißfehler desEusebius Statt. Denn in dem Bisherigen wurde eine Widcrannahme des Purpurs vonSeiten des Maximianus mit keinem Worte gedacht.
(4) Da der alle Maximianus und Maxcntius sich durchaus nicht ertragen konnten,so begab sich der erstcrc zu seinem Schwiegersohn Konstantin nach Gallien, wo er, als er inKonstantins Abwesenheit am Rheine sich zum drittenmale zum Augustus machen wollte, durchden Strick — sey es freiwillig aus Verzweiflung, scy es auf Konstantins Befehl — seinenTod fand.
(5) Stroth glaubt aus dieser Stelle schließen zu dürfen, daß die Christen damals derZahl nach schon das Uebcrgewicht über die Heiden gehabt haben, während Gibbon annimmt,daß vor Konstantins Bekehrung mehr als der zwanzigste Thcil der Unterthane» des römi-schen Reichs zur Fahne des Kreuzes übergegangen sey.
Eusebius Äirchengeschichte. ZI