3N2 Divkletianus. Jahr Christus Z06. Marcellus.
diesen Kämpfen zeichneten sich die herrlichen Märtyrer Christi in derganzen Welt glänzend aus und setzten überall die Angenzeugen ihreshohen Muthes wie billig in Erstaunen, so wie sie auch an sich deutlicheBeweise der wahrhaft göttlichen und unsichtbaren Macht unseres Erlösersdarstellten. Jndest jeden derselben namentlich anzuführen, würde zuweitläufig, oder vielmehr ganz unmöglich seyn.
Dreizehntes Hauptstiick.
Von den Vorstehern der Gemeinden, die die Wahrheit der Religion, welche sielehrten, mit ihrem Blute bewiesen habe».
Unter den Gemeindevorstehern aber, welche in den vornehmsten Städ-ten des Reichs Märtyrer geworden sind, soll vor allen andern als Zeugedes Reiches Christi Anthimus, der Bischof zu Nikomedien, welcher ent-hauptet wurde, auf den Denkmählern der Frommen, von uns genanntwerden, von den antiochenischen Märtyrern aber Lucianus, (l) ein Pres-byter der Gemeinde zu Antiochien, einseinem ganzen Wandel nach höchstausgezeichneter Mann. Dieser verkündigte ebenfalls zu Nikomedien inGegenwart des Kaisers das himmlische Reich Christi zuerst in Worten,durch eine Schuhrede, dann aber durch die That selbst. Unter den Mär-tyrern in Phönicien dürften die ausgezeichnetsten die gottseligen Hirtender vernünftigen Heerde Christi, Tyrannion, Bischof der Gemeinde zuTyrus, ZenobiuS, Presbyter der zu Sidon und Silvanus, Bischof derGemeinde zu Emisa, (2) seyn. Der letztere wurde nebst einigen Andernzu Emisa von den wilden Thieren gefressen und so in die Ver-sammlungen der Märtyrer aufgenommen, die beiden Andern aber ver-herrlichten zu Antiochien das Wort Gottes durch ihre bis zum Todeausdauernde Standhaftigkeit. Der Bischof wurde in die Tiefen desMeeres versenkt, ZenobiuS aber, der vorzüglichste Arzt, starb mit großerStandhaftigkeit unter den Martern, die er an den Seiten erdulden mußte.Unter den Märtyrern in Palästina wurde Silvanus, Bischof der Ge-meinen von und um Gaza (Z) in den Bergwerken zu Phäno(ä) nebstZg Andern enthauptet; ebendaselbst erduldeten die ägyptischen Bischöfe
(1) Dieß war jener berühmte Mann, der zu Antiochien eine angesehene Schute hatteund in derselben viele berühmte Schüler zog, worunter Eusebius von Nikomedien, Theog-nis von Nicäa und viele Andere waren. Er wurde von Einigen verketzert, indem man ihmSchuld gab, daß seine Lehrsätze von Christus mit den Sätzen Pauls von Samosata odernachmals des Arius übereinstimmten. So viel ist gewiß, daß sich seine Schüler, die sichnach ihm Lucianisten nannten, größlcnthcils auf die arianischc Seite neigten. Er war derhebräischen Sprache mächtig und verglich die Handschriften der Ucbersetzung der 7V Doll-mctscher unter einander, reinigte sie von Fehlern der Abschreiber und verbesserte sie ausdem hebräischen Text- Die Reccnsion des Textes der 70, welche hieraus erwuchs, wurdenach ihm die Lucianische, ingleichen die Antiochenische genannt. Stroth.
(2) Eine Stadt in Syrien.
(Ä) Eine Stadt im Süden von Palästina.
(4) Eine Stadt im wüsten Arabien, berühmt durch ihre Kupferbergwerke.