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Kirchengeschichte
Entstehung
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297
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Diokletianus. Jahr Christus 306. Marcellus. 2i»7philosophischen Muthe oder vielmehr mit einer frommen, gottergebenenGesinnung allen Drohungen und Rohheiten des Richters Standhastigkeitentgegen und ließen sich beide enthaupten.

Zehntes Haupt stück.

Schriftlicher Bericht des Märtyrers Phileas von dem, was zu Alexandrien sich

zugetragen.

Da wir oben bemerkt haben, daß Phileas auch ein durch weltlicheKenntnisse ausgezeichneter Manu gewesen sey, so mag er selbst einen Zeugenvon sich abgeben und theils sich selbst schildern, theils aber auch von denMärtyrerthümeru, welche zu seiner Zeit zu Alexandrien vorgefallen, einegenauere Nachricht, als ich es vermochte, in folgender Stelle geben.

Aus dem Briefe des Phileas an die Thmuiten.

Da alle diese Beispiele, (1) Muster und schöne Denkmäler in der hei-ligen Schrift für uns niedergelegt sind, so richteten die seligen Märtyrer,welche bei uns waren, ohne Bedenken das Auge ihres Geistes aufrichtigzu dem allwaltenden Gotte empor, entschlossen sich zu dem Tode für dieReligion und hielten fest an ihrem Berufe. Denn sie waren überzeugt,daß unser Herr Jesus Christus um unsertwillen Mensch geworden ist, da-mit er alte Sünde ausrotte und uns die Mittet zum Eingänge in dasewige Leben verschaffe. Denn er hielt es nicht für einen Raub (2), Gottgleich zu seyn, sondern begab sich dessen und nahm Knechtsgestalt an undseinem Aeußern nach wie ein Mensch erfunden, erniedrigte er sichselbst bis zum Tode, selbst bis zum Tod am Kreuze. Deßwegen er-duldeten die Christum im Herzen tragenden Märtyrer, nach denhoher» Gütern strebend, jegliches Leiden und jegliche nur ersinnlichePein nicht nur einmal, sondern mehrere schon zum zweitenmale und wäh-rend die Soldaten in Drohungen gegen sie, die nicht bloß in Worten be-standen, sondern auch in Handlungen übergingen, mit einander wett-eiferten, blieben sie selbst fest auf ihrem Entschlüsse. Denn die vollkommeneLiebe vertreibt die Furcht. (3) Allein welche Worte wären im Stande,ihren hohen Muth und ihre männliche Standhastigkeit bei jeder Marterzu schildern ? Denn da ein Jeder, der da wollte, seine Rohheit an ihnenausüben konnte, so wurden die Einen mit Prügeln geschlagen, Anderemit Rurheu, Andere mit Geißeln, noch Andere mit Riemen, wieder An-dere mit Stricken. Es war ein wechselvoller Anblick von Martern, dervon vieler Bosheit zeugte. Einige wurden, die Hände auf den Rückengebunden, an einen Pfahl gehenkt und ihnen mit gewissen Maschinen alle

(1) Diese Stelle ist, wie man sieht, aus der Mitte des Briefs genommen und dieseAusdrücke beziehen sich mithin auf das Vorhergegangene, hier nicht Angeführte.

(2) Phuipp. 2, 6 ff.l J -ch, 4, 18.