292 Diokletiamisu.Maximianus. I. Chr. 505 (503). Marcellinus.Stadt vorgeführt im Beiseyn der genannten Kaiser. Wie man ihn nnnopfern hieß, und er sich dessen weigerte, wurde der Befehl ertheilt, ersolle nackt in die Höhe gezogen und so lange mit Geißeln am ganzenKörper zerfleischt werden, bis er erliegen und auch wider seinen Willendas, was ihm befohlen worden, thnn würde. Allein er erduldete diesePein, ohne zu wanken. Bereits waren die Knochen bei ihm sichtbar.Da rieben sie ihm Weinessig und Salz in die zerfleischten Theile seinesKörpers. Da er aber auch gegen diese Schmerzen gleichgültig blieb,so wurde noch Feuer und ein Rost herbeigebracht und das Uebrige seinesKörpers gleich einem Braten, nicht auf einmal, damit er nicht plötzlichende, sondern nach und nach gebraten, wobei diejenigen, die ihn aufden Scheiterhaufen legten, ihn nicht früher abnehmen durften, als biser sich auch nach solcher Pein bereit erklären würde, das Befohlene zuthun. Er aber hielt fest an seinem Vorsatze und gab als Sieger mittenunter den Qualen seinen Geist auf. Dieß war der Märtyrertod einesvon den kaiserlichen Pagen, der wirklich seines Namens würdig war. (l)Er hieß nämlich Petrus. Die Märtyrerthümer der Andern, die nichtgeringer waren, übergeheich, um nicht zu weitläufig zu werden. Nurdas bemerke ich noch, daß Dorotheas und Gorgonius nebst mehreren Andernvom kaiserlichen Hofstaate nach vielfachen Kämpfen ihr Leben durch denStrick endigten und so den Preis eines herrlichen Sieges davon trugen.Zu eben dieser Zeit wurde auch AnthimnS, der damalige Vorsteher derGemeinde zu Nikomedia, um des Bekenntnisses Christi willen enthauptet.Ihm wurde noch eine große Anzahl Märtyrer beigesellt, als in ebendiesen Tagen in dem Kaiserpalaste zu Nikomedia eine Feuerobrnnst durchirgend einen unbekannten Zufall (2) ausgebrochen war. Da nämlich dasGerücht den falschen Verdacht dieser That allgemein auf die Unsrigenwälzte, so wurden auf einen Befehl des Kaisers die dortigen Gottesver-ehrer ohne Unterschied haufenweise theilö mit dem Schwerte hingerichtet,theils verbrannt. Und es heißt, daß Männer und Weiber mit einemgewissen göttlichen Mnthe, der sich nicht ausdrücken läßt, in den bren-nenden Scheiterhaufen gestürzt seyen. Eine andere nicht unbedeutendeAnzahl banden die Henker auf Kähne fest und warfen sie in die Tiefe
(1) Wegen seiner Standhaftigkcit. Denn Perm heißt bekanntlich ein Fels.
(2) Lactantius (Cap. 14) erzählt, Valerius habe das Feuer selbst angelegt, um denZorn seines Schwiegervaters durch die Beschuldigung, die Christen seyen die Urheberdes Brandes, noch mehr gegen diese zu reizen, eine Beschuldigung, der eine fünfzehnTage nach der ersten ausgcbrochenc zweite Fcuersbrunst allerdings vielen Schein gebenmußte. Konstantin der Große, der selbst damals in Rikomedicn anwesend war, schreibtdagegen (in seinem nrat. -><!. coit. suncwr. 2e>) das Feuer dem Blitze zu und siehtdarin ein Strafgericht Gottes. Manfred (Leben Konstantins des Großen) äußert sich überdiesen Vorgang folgendermaßen: „Daß beide hnämlich Eusebius und Lactantius) die Chri-„sten von aller Schuld befreien und als schwer Verleumdete bemitleiden, versteht sich von„selbst. Aber man darf nur ihre eigenen unwahrscheinlichen und einander aufhebenden Er-klärungen — Galerius habe selbst das Feuer angelegt; ein Blitz vom Himmel habe es„entzündet — ins Auge fassen und zugleich den Umstand erwägen, daß Verschnittene, inder Regel Christen und Christenfreunde, als Theilnchmer an der Thar genannt wurden,um die richtige Ansicht zu finden.