Diokletiauus n. Maximiamis. I. Chr. 505 (503). Marcellinus. 291ihn und hielt ihn noch zurück, auf Einmal im Kriege gegen Alle los-zubrechen. Als er aber offenbar den Kampf führte, waren so vieleMärtyrer Christi in allen Städten und Ländern zu sehen, daß es unmög-lich ist, ihre Zahl in Worte zu fassen.
Fünftes Haupt stück.
Von den Vorgängen zu Nikomcdiei.
Sobald das Edikt gegen die Kirchen an einein besuchten öffentlichenOrte zu Nikomedien angeschlagen war, ging ein nicht gemeiner, sondernein durch die hohe weltliche Würde ausgezeichneter Mann, von Eiferum Gott getrieben und von feurigem Glauben erfüllt, hin und rißdasselbe als höchst gottloses und frevelhaftes ab und in Stücke(1) und zwargerade zu einer Zeit, wo zweiKaiser in derselben Stadt anwesend waren,nämlich der älteste unter allen und der, welcher den vierten Herrscher-platz (2) nach ihm einnahm. Dieser Mann nun, der sich zuerst aufdiese Weise damals hervorthat, duldete die Strafe, die auf eine sokühne That natürlich folgen mußte, (?) behielt aber einen freudigen undunerschütterlichen Muth bis zu seinem letzten Athemzuge bei,
Sechstes Hauptstück.
Von dem kaiserlichen Hofgesinde.
Aber als vor Allen, welche in der Geschichte, sey es bei Griechenoder Barbaren, als bewunderungswürdige und ihres muthigen Beneh-mens wegen berühmte Männer hoch gepriesen werden, ausgezeichneteund hervorleuchtende Märtyrer stellt uns dieser Zeitpunkt den DorotheuSund die übrigen Hofpagen auf. Denn wiewohl diese der höchsten Ehrebei ihrem Hern genossen und von diesem wie leibliche Kinder behandeltwurden, so hielten sie doch die Schmähungen, die Leiden und die viel-fachen neu wider sie ersonnenen Todesarten, welche sie um der Religionwillen trafen, in der That für einen größern Reichthnm, als zeitlicheEhre und Wohlleben. Ich will nur das Ende eines von diesen anführenund meinen Lesern selbst den Schluß daraus auf das, was die Uebrigenzu leiden hatten, überlassen. Es wurde Einer von ihnen in der genannten
(t) Nicht bloß dieß, sondern er sagte noch spöttisch: Da seyen wieder Siege über dieGothen und Sarmatcn angeschlagen (chaot. oa>>. 13).
(2) Eusebius versteht unter dem ersten den Dioklctianus und unter dem andern denCäsar Galerius. Jndcß darf man aus unserer Stelle nicht schließen, als hätte Galeriuswirklich den vierten Platz unter den Machthaber» eingenommen, sondern er war völliggleichen Ranges mit dem Cäsar Konstantius, ja, es ist um so weniger glaublich, da sichder erste Augustus den Galerius und der zweite den Konstantius zum Rcichsgehulfen wählte.
<3) Er wurde lebendig verbrannt. Seinen Namen nennen weder Eusebius, nochkactantius, aber die Grieche» feiern sein Andenken unter dem Namen des Johannes.
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