Diokletiannsli.Maximianus. I.Chr. 505 (505). Marcellinus.* 20.5des Meeres, (i) Die kaiserlichen Pagen aber, welche man nach ihremTode auf die gebührende Weise zur Erde bestaltet Halle, glaubten ihreHerrn wieder ausgraben und in das Meer werfen lassen zu müssen,damit nicht, wenn sie in Gräbern lägen, Einige sie anbeten und, wiesie wenigstens glaubten, für Götter halten möchten. (2) Dieß sind dieVorfälle, welche bei dem Beginne der Verfolgung zu Nikomedia sichereigneten. Wie aber nicht lange nachher Einige in dem sogenanntenmelitinischen Lande, (Z) Andere aber in Syrien ihre Hand nach derKrone auszustrecken wagten, (4) so erging ein kaiserlicher Befehl, daßdie Gemeindevorsteher aller Orten in Ketten und Banden geworfenwerde» sollten. Da konnte man Scenen sehen, wie sie keine Worte zuschildern vermögen. Eine unzählbare Menge wurde aller Orten in dieGefängnisse gebracht und die Kerker, sonst bestimmt für Mörder undSchänder der Gräber, füllten Bischöfe, Presbyter, Diakonen, Vorleserund Erorcisten, so daß sie für diejenigen, welche wegen wirklicher Ver-brechen vernrtheilt waren, keinen Raum mehr boten. Auf die erstenEdikte folgte sodann noch ein anderes, nach welchem die Eingekerkerten,im Falle sie opfern würden, auf freien Fuß gesetzt, würden sie sich aberdessen weigern, mit tausend Martern gepeinigt werden sollten. Wervermöchte nun die Zahl der Märtyrer zu berechnen, die auf dieß inden einzelnen Provinzen des Reichs, besonders aber in Afrika, Mauri-tanieu, Thebais und Aegypten hingerichtet worden sind? Aus letzteremLande begaben auch sich Einige in andere Städte und Provinzen undwurden daselbst Märtyrer. (5)
Siebente» Hauptstnck.
Von den Ncgpptcrn, die in Phönicicu Märtyrer geworden.
Diejenigen von ihnen, welche in Palästina, so wie diejenigen,welche zu Tyrns in Phönicien hervorleuchteten, sind uns bekannt. Wel-
^ I. Chr. 30k. (Dionysius 304.) Marcellus, 29stcr Bischof zu Rom. DioklctianuS!I. Chr. 30k. Marcellus.
(t> Das Ersäufen wurde im Alterthum als die schmählichste Strafe angesehen, indemein Ersäufter gleichsam unwürdig gehalten wurde, in die Erde verscharrt zu werden.
(2) Stroth glaubt mit Wahrscheinlichkeit, daß sie diesen Verdacht vermuthlich aus derdamals schon großen Verehrung der Reliquien geschöpft haben dürften.
(3) Eine Landschaft in der kleinasiatischen Provinz Kappadocien, hart an der Grenzevon Armenien, zu welchem Lande sie auch später gerechnet wurde.
(4) Wer in Mclitene dieß that, ist unbekannt. Den Aufstand in Syrien glaubtValesius in einer Rede des Sidonius gefunden zu haben. Nach diesem Redner war einTribun, Namens Eugenius, von 500 Soldaten zur Annahme des Purpurs gezwungenworden und bemächtigte sich Antiochiens, wurde aber nebst seinen Truppen von den Ein-wohnern dieser Stadt alsbald überwältigt. Die Kaiser scheinen bei ihrem Befehle angenom-men zu haben, daß die Geistlichen den Bewegungen in beiden Ländern nicht fremd gewesenseyen oder daß sie ähnliche Versuche nähren könnten.
(ö) I» diesem Jahre wurde auch der römische Bischof MarcellinuS ein Märtyrer undMarcellus sein Nachfolger.