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Kirchengeschichte
Entstehung
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288
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288 Diokletianus und Maximiauus. I. Chr. Ztttz. Marzellinus. ^gerissen und von Grund aus zerstört, und wie die göttlichen und heiligenBucher (1) mitten auf den öffentlichen Plätzen ins Feuer geworfen wurden,sondern auch wie die Hirten der Gemeinden theilö auf eine schimpfliche Weisesich da und dort verbargen, theils auf eine schändliche Art gefangengenommen und von den Feinden verspottet wurden. Da wurde nacheiner andern Weissagung (2)Verachtung über ihre Obersten ausgeschüttetund Gott lief; sie irre gehen auf einem ungangbaren Pfade, nicht aberauf dem Wege.« Jndeß halte ich es nicht für meine Aufgabe, dietraurigen Schicksale, von welchen dieselben am Ende betroffen wurden,zu beschreiben, so wie es mir auch nicht angemessen scheint, ihre Strei-ligkeiten, die sie vor der Verfolgung unter einander hatten, und ihreMißgriffe zu erzählen. Deßwegen haben wir beschlossen, nichts weitervon ihnen zu berichten, als das, wodurch das göttliche Gericht gerecht-fertigt werden dürfte. Wir konnten uns also auch nicht bewogen finden,derer, welche durch die Verfolgung in Versuchung geriethen, oder derer,die an ihrem Heil völlig Schiffbruch litten und sich selbst in die Tiefender Wogen stürzten, Erwähnung zu thun; sondern wir werden nur dasunserer allgemeinen Geschichte einverleiben, was zuerst für uns selbstund sodann für die Nachwelt von Nutzen seyn dürfte. Gehen wir nunzu der Beschreibung der heiligen Kämpfe, der Zeugen für unfern Glauben,selbst über.

Es war das 19te Jahr der Regierung des Kaisers Diokletianus,als im Monat DystrnS, der bei den Römern März(Z) heißt, da geradedas Leidensfest unseres Erlösers nahe (ft) war, allenthalben kaiserlicheEdikte angeschlagen wurden, worin befohlen ward, die Kirchen bis aufden Grund niederzureißen und die heiligen Bücher durch Feuer zu ver-tilgen. Ferner sollten diejenigen, welche Ehrenstellen besäßen, dieselbenverlieren, (5) und die in Diensien stünden, sollten, wenn sie in dem

^ Jahr Christus 305. (Nach Dionysius Zeitrechnung 303.)

(1) Darunter wurden nicht nur die göttlichen Schriften, sondern auch, wie aus denMärtyrcrakten erhellt, alle kirchlichen Denkmale, Diptychen, Briefe, Kirchcnverordnungcn ?c.verstanden, wcßhalv Augustus diese Verfolgung eine Verfolgung der heiligen Bücher nennt.

(2) Psalm 107, 40.

(3) Galerius, der blindem Aberglauben ergeben, von Christenhaß erfüllt, Schwieger-sohn des Diokletianus, hatte mehrere Jahre vergebens in diesen gedrungen, seine Zustim-mung zur Verfolgung der Christen zu geben, bis dieser bereits ältliche und kränkliche Regentendlich dieselbe sich abprejftn ließ. Der 23. Februar 303, der in das Fest des Grenzgottessiel, wurde zum Anfangspunkt der Verfolgung auscrsehcn. Am Morgen dieses Tageswurde die Hauptkirche zu Nikomcdia von der kaiserlichen Leibwache der Erde gleich gemacht,am folgenden das im Text angeführte Edikt angeschlagen. Bis es in die Provinzen ge-langte, mochte es allerdings März oder auch in den von der Residenz entfernteren Aprilwerden. Letzteren Monat nennt Eusebius in seiner Schrift von den palästinischen Märty-rern als den der Bekanntmachung des Edikts.

(4) In der Chronik des Eusebius heißt es, daß es im Monat März, am Osterfesteselbst, geschehen scy; allein das Osterfest fiel nach Sealigcr und Pctavius in diesem Jahrauf den 18. April.

(5) Der griechische Ausdruck r«? er orxericer? ist schon sehr verschieden erklärt wor-den. Rufinus übersetzt:8> guis sorvurmn pernwnsissot l'llristiiuius, IwoiUUom co»-segui »on passet;" ein Sklave, der beim Christenthum verharrte, sollte nicht freigelassenwerden können, und ihm stimmt Neandcr bei. Andere übersetzen: Privatleute sollten ihrer