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Kirchengeschichte
Entstehung
Seite
287
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Diokletiauus und Maximianus. I. Cyr. 504. Marcellenus. 28?die allmächtige Hand Gottes sein Volk als dessen würdig bedeckte und be-schützte. Allein als die Unsrigen über der immer mehr zunehmenden Freiheitin Nachlässigkeit und Trägheit verfielen, als die Einen die Andern beneidetennnd sich nnrer einander zankten und schimpften, und wir uns fast einanderselbst, wenn es sich so traf, mit den Waffen deS Wortes wie mit Schwertund Speeren bekriegten, als Vorsteher mit Vorsteher sich entzweiten, alsGemeinden gegen Gemeinden Parteien bildeten nnd als niedrige Verstellungund Heuchelei bis zur höchsten Bosheit stiegen, da ließ das göttliche Gericht,schonend, wie es zu thun pflegt, bei noch fortdauernden öffentlichen Zusam-menkünften der Gemeinden, mir allmälig und ans eine gemäßigte Weisedie Strafe hereinbrechen, indem die Verfolgung mit unfern Brüdern imAriegerstande anhnb. Als wir aber in völliger Unempstndlichkeit des Her-zens gar nicht daran dachten, wie wir Gott uns geneigt und versöhnt ma-chen könnten, sondern, gleich einigen Heiden, glaubten, Gott sorge undbekümmere sich gar nicht um unsere Angelegenheiten und daher ein Ver-brechen ans das andere häuften, als unsere vermeintlichen Hirten mit Hint-ansetzung der Vorschriften der Religion von Zanksucht wider einander ent-brannten (ist und weiter nichts lhaten, als daß sie Streit, Drohungen,Eifersucht und gegenseitigen Haß und Feindschaft immer weiter zu treibenund ihre Herrschsucht gleich einer angemaßten Herrschaft leidenschaftlich zubehaupten suchten, »da verdunkelte der Herr," nach einem Ausspruch desJeremias, (2)seine Tochter Zivu in seinen Zorn und stürzte die Herrlichkeit»Israels herab vom Himmel auf die Erde und gedachte nicht mehr des»Schemels seiner Füße am Tage seines Zorns, sondern es versenkte der»Herr alle Schönheit Israels und zerstörre alle seine Mauern. Und nach-»dem, was in den Psalmen (3) vorausgesagt ist, Hub er den Bund seines»Knechtes auf und entweiyre sein Heilgthnm auf der Erde durch die Zersiö-rnng der Kirchen und zerstörte alle seine Mauern nnd brach seine Festungs-werke. Die Haufen des Volkes, alle Vorübergehenden plünderten ihn.Ueberdieß ist er noch ein Spott geworden seinen Nachbarn. Denn Gott»hat die Rechte seiner Feinde erhöht und die Hülse seines Schwertes abge-wandt von ihm und sich seiner nicht angenommen im Krieg, sondern ermachte seiner Reinigung ein Ende und zerbrach seinen Thron an dem Bo-lchen. Er verminderte die Tage seines Lebens und zu dem Allen übergoß er»ihn mit Schande."

Iwcites H a u p t st n ck.

Von der Zerstörung der Kirchen.

Dieses Alles nun ist zu unserer Zeit in Erfüllung gegangen, da wirmir eigenen Augen gesehen haben, nicht nur wie die Gotteshäuser nieder-

(1) Hierunter wird die melctianischc Spaltung verstanden, welche sich einige Jahrenach der Verfolgung der Soldaten ereignete. Pagi.

(2, Klagl. 2, 1 f.

G) Psalm L9, 39 ff.