Dwklt'tiam'.s. Jahr Christus 296. Marcellinus. 28S
„srste Zeichen des Thierkreists gehe. Aristobulus aber setzt noch hinzu, es„sty nvthig, daß am Tage des Passah nicht allein die Sonne, sondern auch„der Mond durch das Zlegninoktialzeichen (1) gehe. Denn da es zwei„Aeguinvktialzeichen gibt, ein frühjähriges und ein herbstliches, welche cin->,ander gerade entgegenstehen, und der Tag des Passahlamms auf den vier-zehnten Tag, Abends, angesetzt ist, so wird der Mond seinen Stand der„Sonne gerade gegenüber haben, wie man dieß zur Zeit des Vollmonds„sehen kann. So wird also die Sonne in Frühlingsägninoktialzeichen, der„Mond aber nochwendiger Weise im Herbstäguinoktialzeichen stehen. Ich„weiß, daß sie auch noch sehr Viele andere Behauptungen vorbringen, die„theils wahrscheinlich sind, theils auf die strengsten Beweise sich stützen,„wodurch sie darzulegen suchen, daß das Passah und das Fest der unge»„säuerten Brode durchaus nach der Frühlingstag- und Nachtgleiche gefeiert„werden müsse. Doch ich unterlasse es, eine solche Masse von Bemessen„aufzusuchen, da uns die des Moses Gesetz verhüllende Decke weggenommen„ist und wir bereits mit unverhülltem Antlitz Christum und Christi Lehren„und Leiden allezeit wie in einem Spiegel sehen können. Uebrigens kön-„nen auch Stellen aus dem Buchs Henoch zum Beweise dienen, daß bei den„Hebräern der erste Monat um die Tag- und Nachtgleiche ist."
Derselbe Anatolius hat auch Anfangsgründe der Rechenkunst in zehnBüchern hinterlassen, so wie auch verschiedene Proben seines Flesszes inder Theologie und seiner Kenntniß darin. Ihn wählte zuerst Theoteknus,Bischof von Casaren in Palästina, zum Bischof, da er ihn nach seinemTode für seine Gemeinde zu gewinnen wünschte. Ja, sie standen beide zu-gleich sogar eine kleine Zeit derselben Gemeinde vor. (2) Allein als dieSynode gegen Paulus ihn nach Antiochia einlud und er durch die StadtLaodicea (S) reis'te, nöthigten ihn, da Eusebiuseben gestorben war, diedortigen Brüder zum Bleiben. Nach dem Tode des Anatolius wurde derletzte Bischof der dortigen Gemeinde vor der Verfolgung Stephanus, derzwar wegen seiner philosophischen Kenntnisse und der übrigen griechischenBildung viele Bewunderung einerntete, aber keineswegs von derselbenLiebe zur Religion bestell war, wie die Verfolgung iu ihrem weiteren Fort-
(1) Nämlich daß die Sonne im Widder, der Mond aber in der Wage stehe, wie esin der Folge selbst erklärt wird. Denn das Osterfest soll am 14tcn Tage des Monden,mithin im Vollmond gehalten werde». Bekanntlich aber steht der Vollmond mit der Sonnein Opposition, folglich in der Wage, wenn die Sonne im Widder steht. Stroth.
(2) Dieß ist also das zweite Beispiel eines Coadjutors, das uns bekannt geworden.Man sehe oben 6, 11. Auch scheint es, daß die Gemeinden in ihrem Wahlrecht oft ge-kränkt worden. Man vergleiche die eben angeführte Stelle, vergleiche das vorhergehendeIvtc Hauptst. Auch zu Antiochien setzten die versammelten Bischöfe den DomnuS undKornelius in Italien zwei Bischest. Man sehe oben 6, 43. Stroth.
(3) Eusebius scheint hier den Eusebius und Anatolius miteinander zu vermischen; dennzu Anfang des Hauptstiicks hatte er dasselbe von Eusebius erzählt; man mußte denn an-nehmen, daß Eusebius nur wenige Tage als Bischof gelebt. Wollte man sagen, Eusebiuskönnte bei Gelegenheit der ersten Antiochcnischcn Synode Bischof geworden seyn und Ana-tolius bei der letzter», so streitet hicrwiedcr, daß zur Zeit der erster» Synode das Brachiumnoch nichr erobert, folglich beide noch zu Alexandrien gewesen.