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Kirchengeschichte
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284
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284 Divkletlanus. Jahr ChriftuS 296. MarcellinuS.gange bewiesen hat. Denn diese zeigte ihn mehr als einen verstellerischen,feigen und muthiosen Menschen, denn als einen wahren Philosophen.Gleichwohl sollte die Gemeinde darüber nicht zn Grunde gehen; sondernder, von Gott, dem allgemeinen Retter, selbst zum Bischof derselben gemachteTheodotns richtete sie sogleich wieder auf. Dieser TheodotuS war einMann , (1) dessen Wirksamkeit seinem Namen und seinem bischöflichen Be-rufe entsprach. In der Heilkunft, sofern sie den Körper betrifft, nahm erden ersten Rang ein; in Betreff der Seelenheilknnde aber, so wie der Men-schenliebe, der Aufrichtigkeit, des Mitgefühls für Andere und der Dienst-fertigkeit gegen diejenigen, die seiner bedürften, kam ihm Niemand gleich.Auch hatte er sehr viel in der Theologie gethan. Ein solcher Mann warTheodotns. Nachdem zu Cäsarea in Palästina Theoteknus sein Bisthummit dem größten Eifer verwaltet hatte, so wurde Agapius sein Nachfolgerdarin, von dem wir wissen, daß er Vieles gearbeitet, für das Volk, dem erals Bischof vorstand, die treueste Sorge getragen und mit reichlicher Handfür Alle, besonders aber für die Armen, gesorgt hat. Zu seiner Zeit habenwir den Pamphilus, einen äußerst gelehrten und sich im Leben selbst alseinen wahren Philosophen bewährenden Mann der des dortigen Presbyter-thums gewürdigt worden war, kennen gelernt. Die Schilderung diesesMannes seinem ganzen Wesen und Charakter, so wie seinen Grundsätzennach, dürfte den Gegenstand eines umfangreichen Werkes bilden. Ich habeindessen von den Einzelnheiten seines Lebens, der von ihm errichteten Schule,den von ihm zur Zeit der Verfolgung in verschiedenen Bekenntnissen ausge-standenen Kämpfen, deßgleichen von der zuletzt ihm zn Theil gewordenenMärtyrerkrone, in einer eigenen Schrift, die von ihm handelt, gesprochen.Er war in Wahrheit der größte unter allen, welche hier gelebt haben. Unterdenjenigen aber, die am meisten mit uns gleichzeitig sind, kennen wir zweials sehr seltene Männer, nämlich den Pierins, einen Presbyter zu Alexan-drien und den Mcletius, Bischof der Gemeinden in Pontus. Der eine der-selben hatte sich durch seine ganz freiwillige Armuth und seine philosophi-schen Kenntnisse einen ehrenvollen Namen gemacht und war in theologischenUntersuchungen, Auslegungen und Predigten ungemein geübt. MeletiuSaber die Gelehrten pflegten ihn den Honig (Z) von Attika zu nennenentsprach ganz dem Ideal eines allseitig gebildeten Gelehrten. Der Stärkeseiner Beredsamkeit ist Niemand im Stande, die gebührende Bewunderungzu zollen. Doch könnte man hier sagen, dieß sey bei ihm ein Geschenk derNatur gewesen. Wer vermöchte ihn aber an trefflicher umfassender Kennt-niß und ausgebreiteter Gelehrsamkeit zu übertreffen? Denn wer nur eineinziges Mal eine Probe mit ihm gemacht hätte, hätte bekennen müssen,daß er in allen Wissenschaften die größte Fertigkeit und Gelehrsamkeit be-

st) TheodotuS heißt nämlich von Gott gegeben.

(2) Hier liegt eine Anspielung auf des Meletius Namen zu Grunde; denn heißtder Honig.