282 Diokletimms. Jahr Christus 296. Marceilmus.
Preiunddreinigstes Hanpt stück.
Aus dcm Passahkanon des Anatolius.
„Er hat(1) demnach im ersten Jahr den 'Neumond des erste» Monats,„welcher der Anfang des ganzen 19jährigen Cyklns ist, nach dem ägyptischen„Kalender am 26sten Phameiwth, nach dem maccdonischen im 22sten des„Monats Dysiros, und wie die Römer sich ausdrücke!., am Ilten vor dem„ersten April. (2) Man findet aber, daß die Sonne an diesem 26sten„Phamenolh (Z) nicht nur in das erste Zeichen des Thierkreises tritt, sondern„schon den vierten Tag in demselben ihre Bahn zurücklegt. Dieses Zeichen„pflegt man das erste Zwölftheil, das Aeqninoklium, den Anfang der Monate„das Haupt des Krestes und den Auslauf der Planeten zn nennen, das„Nächsivorhergehende aber den letzten Monat, das zwölfte Zeichen, das letzte„Jwslstel und das Ende des Kreislaufs der Planelen. Daher behaupten„wir auch, daß diejenigen, welche den ersten Monat in dieses Zwölftel setzen„und den vierzehnten Tag des Passah von da an reÄren , einen groben Jrr-„thnm begehen. Dieser Satz ist indessen nicht unser eigener, sondern er ist„schon den alten Inden, auch denen vor Christi Geburt, bekannt und aufs„genaueste von ihnen beobachtet worden. Dieß kann man aus Stellen des„Philo, Josephns und Mnsäus ersehen, indeß nicht allein aus diesen, sondern„auch aus noch altera Schriftstellern, nämlich aus den beiden Agatbobulen,„die den Beinamen L e h r e r führten und dem allberühmten Aristobulns,„welcher unter der Zahl jener 70 sich befand, die die heiligen, göttlichen„Schriften der Hebräer für Ptolemäus PhiladelphnS und seinem Vater„übersetzt haben und welcher Erklärnngsschristcn über das mosaische Gesetz„denselben Königen zugeeignet hat. Diese Alle sagen bei der Auflösung der„Fragen über das zweite Buch Mosis, Alle müßten gleichmäßig das Passah„nach der Frühlingstag- und Nachtgleiche in der Mitte des ersten Monats„schlachten. Dieß aber finde Statt, wenn die Sonne durch den ersten Theil„der Sonnenbahn oder wie Einige von ihnen es genannt haben, durch das
(1) Du Walois will hier lieber lesen oder 6/c. Daher er auch übersetzt! Ilabusixitur in primo unno novilunlmn >irimi inciisis etc. Allein er hätte sich an die üble Ge-wohnheit zu excerpircn, die Eusebius hat, erinnern sollen, da er aus dein Vorhergehendendä« Subjekt oder sonst etwas, worauf sich die excerpirte Stelle bezieht, und ohne welchessie nicht füglich verstanden werden kann, nicht beibringt. Man sehe z. B. oben 5, 7 u. 8.Es muß also im Vorhergehenden cmwcdcr ein cigcntyümlicher Name gestanden haben, sodaß Anatolius eines Andern Meinung vom Osterfest nebst besten Ostcrrcchnung anführt undvon ihm sagt e/ces roirrm x. 7.. oder es ist dabei öros ö xcrvcöv zu verstehen. Zu deinerstem scheint auch Petavius geneigt zu scyn, der die Meinung hat, daß Anatolius hiereinen Andern widerlege und eine ziemlich ausführliche Erklärung über diese schwere Stellegeliefert hat in seinem Animuüvers. !><l luorcsin AloAorum Issüplranii von p. 188—20t).Indessen bleibt noch immer Vieles dunkel und ist auch von ihm nicht befriedigend erklärtworden, weil die Stelle so ganz außer dcm Zusammenhange hier steht. Ucbrigens ist Euse-bius vermuthlich deßwegen auf Schriften, die Ostcnrcchnung betreffend, so aufmerksam, weildie Sache auf dcm Nicänischcn Concilium viel Aussehe» machte. Stroth.
(2) Dieß ist am 22stcn März.
(3) Pctavs Vcrmuthung, daß man hier lesen müsse am 29sten Phamenolh, hat vielenSchein; denn sonst ist es offenbar falsch, daß der 26ste Phamcnoth oder der 22stc Marxschon der vierte Tag nach dcm Aequinoktium wäre. Stroth.