Divkletianus. Jahr Christus 296. MarcellinnS. 281römischen Feldherrn drang. Diesem gab Anatolius Nachricht von den-jenigen , welche während der Belagerung von Hunger umkamen. Kaumwar Eusebius davon in Kenutniß gesetzt, als er es sich von dem römischenFeldherrn als die größte Gnade erbat, er möchte denjenigen, welche von denFeinden übergehen würden, das Leben schenken. Nachdem er Gewährungseiner Bitte erlaugt, setzte er den Anatolius sogleich davon in Kentniß.Sobald dieser diese Versicherung erhalten hatte, versammelte er den Rathder Alexandriner und forderte zuerst alle auf, die Friedenshand den Römernzu reichen; wie er sie aber über diesen Vorschlag aufgebracht sah, sprach er:So werdet ihr doch wenigstens, wie ich hoffe, nicht dagegen seyn, wenn icheuch rathe, alle überflüssigen uns selbst nichts nützenden Personen, nämlichalle Weiber, Kinder und Greise, aus den Thoren hinausgehen zulassen,wohin sie wollen. Denn wozu sollen wir diese Leute die doch bald sterbenwürden, ohne Zweck bei uns haben? Wozu sollen wir die Verkrüppelten undVerstümmelten durch Hunger aufreiben? Man muß bloß die Männer unddie Jünglinge ernähren und das nöthige Getreide denjenigen, welche zurVerteidigung der Stadt tauglich sind, zukommen lassen. Nachdem er denRath dnrch solche Gründe überzeugt hatte, stand er zuerst auf und gab seineStimme dahin, man solle alle diejenigen, welche für den Kriegsdienst un-tauglich sehen, sie möchten männlichen oder weiblichen Geschlechts sehn, ausder Stadt schaffen, da sie doch, wenn sie bleiben und unnützer Weise in derStadt verweilen würden, keine Hoffnung zum Leben hätten, sondern vorHunger umkommen müßten. Da alle andern Senatoren diesem Vorschlagebeitraten, so rettete Anatolius dadurch fast alle Belagerten, indem er Vor-sorge traf, daß zuerst die Christen, sodann aber die andern Personenin der Stadt jeglichen Alters, nicht bloß solche, welche der Rathsbeschlußumfaßte, entwischen konnten. Es gingen nämlich auf die Rechnung derLetztern noch sehr viele Andere heimlicher Weise des Nachts mit Weiberklei-dern angethan durch seine Vorsorge ans den Thoren und kamen zum römi-schen Heer. Hier nahm die von der langen Belagerung (1) Erschöpftenalle Eusebius wie ein Vater und Arzt auf und erquickte sie durch jeglicheVorsorge und Pflege. Zweier solcher Hirten, die unmittelbar aufeinanderfolgten und welche durch göttliche Schickung nach dem erwähnten Kriegevon Alexandrien nach Laodicea sich begeben hatten, wurde die Gemeindedieser Stadt gewürdigt. Bücher hat Anatolius nicht sehr viele verfaßt;indessen haben wir doch so viele von ihm, daß wir daraus seine Gelehrsam-keit und seinen Neichthum an Kenntnissen ersehen können. Er trägt hierinbesonders die Meinungen von: Passah vor. Es dürfte nicht undienlichsehn, hier Folgendes daraus anzuführen.
(i) Sie hatte nämlich verschiedene Jahre gedauert.