Anrelianns. Jahr Christus 271. Dionysius. 275„und schimpft und schmäht auf diejenigen, welche ihn nicht loben, nicht,„wie in den Theatern geschieht, die Tücher schwenken noch lauten Bei-„fall zurufen (t) und aufspringen wie die ihm anhängenden Männer„und Weiber thun, die ihm auf eine so unziemliche Weise zuhören, son-„dern die ihm mit Anstand und Nuhe, als im Hause Gottes, zuhören.„Auf bereits verstorbene Erklärer des göttlichen Wortes schmäht er in„öffentlicher Versammlung auf eine plumpe und pöbelhafte Weise, sich„selbst aber erhebt er in hochprangenden Worten, als wenn er nicht„ein Bischof, sondern ein Sophist und Marktschreier wäre. Die Lieder„zu Ehren unsers Herrn Jesu Christi wurden von ihm außer Gebrauch„gesetzt, unter dem Vorgeben, sie seyen neu und von Männern neuerer„Zeit verfaßt, dagegen bestellte er Weiber, welche ihm selbst zu Ehren„am ersten Passahtage mitten in der Versammlung Lieder absingen„mußten, wobei einem schon, wenn man nur sie hört, die Haare zu„Berge stehen möchten. Aehnliches läßt er auch durch die ihm schmeicheln-„den Bischöfe der benachbarten Ortschaften (2) und Städte und die Pres-„by-cr in ihren Vorträgen an das Volk vorbringen. Denn (um vor-„läufig etwas von dem anzuführen, was in der Folge gemeldet werden„soll) er will nicht mit uns bekennen, daß der Sohn Gottes vom Himmel„herabgskommen sey. Und dieß ist nicht bloß eine von uns ohne allen..Beweis hingestellte Behauptung, sondern erhellt vielfach au-S den Akten,„die wir euch schicken, hauptsächlich aber ans der Stelle, wo er sagt, Jesus„sey von hienieden. Diejenigen aber, welche ihre Lieder singen und ihn„lobpreisen, sagen von ihrem gottlosen Lehrer, er sey ein Engel, der vom„Himmel herabgekommen sey. Und dieß sucht der Hochmüthige nicht zu„verhindern, sondern ist sogar dabei zugegen, wenn, es gesagt wird. Wir„wollen auch nicht über seine und seiner Presbyter und Diakonen Gesell-schafterinnen, (5) wie die Antivchensr sie nennen, sprechen. Jenen hilft»er sowohl dieß, als auch ihre andern unheilbaren Dergehungen, um die»er weiß und deren er sie überwiesen hat, verbergen, um sie sich dadurch»verbindlich zu machen und damit sie, aus Furcht für sich selbst, nicht»wagen sollen , ihn wegen dessen, was er in Wort und That Unrecht thut,»anzuklagen; ja er hat sie sogar noch reich gemacht. Deßhalb wird er von»denen, die nach dergleichen Dingen trachten, geliebt und bewundert.»Doch wozu sollen wir dieß schreiben ? Wir wissen ja, meine Geliebten,»daß der Bischof und die ganze Geistlichkeit dem Volke Muster in allen»guten Werken seyn soll. Auch ist uns nicht unbekannt, wie Viele dadurch,»daß sie solche Gesellschafterinnen zu sich genommen haben, gefallen oder
(1) Diese böse Gewohnheit^ daß man dem predigenden Bischof während der Predigtlauten Beifall zujauchzte, so daß er oft deßwegm innehalten mußte, riß in der Folge dennochcm und wurde nicht mehr für böse gehalten, wie denn dem Chrysostomus dieß oft wider-fahren ist. Stroth.
M Hierunter sind die in der alten Kirche sehr häufigen, aber in der spätem Kirchenicht mehr cxistirenden Landbischöfe (eiwrepisenpi, vpisvopi rursle, s. Man!) verstanden,welche aber untcrgwrdnet und in manchen Stücken beschränkt waren.
(3) ^rwrecrauroe. ^ „