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Kirchengeschichte
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270
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270 GalliennS. Jahr Christus 263. A'ystuS II. (Dionysius).

Eigentümliche Rücksicht nimmt, so liegt offenbar im Evangelium und demBrief ein und dieselbe Färbung vor Augen. Aber ganz entfernt hievvnund verschieden ist die Offenbarung; sie steht keiner dieser Schriften nahe,hat auch, um mich so auszudrücken, mit keiner derselben Verwandtschaft,ja nicht eine Sylbe mit ihnen gemein. Ja in dem Briefe denn vondem Evangelium will ich nicht sprechen findet sich eben so wenig eineErwähnung von der Offenbarung oder eine Anspielung ans sie, als indieser von jenem, während doch Paulus in seinen Briefen etwas von,,seinen -Offenbarungen zu verstehen gibt, die er aber nicht besonders aufge-schrieben hat. Uebcrdieß läßt sich auch aus der Schreibart abnehmen, wieverschieden das Evangelium und der Brief von der Offenbarung sind.Jene sind nicht bloß ohne Verstoß gegen die griechische Sprache, sondernauch in Hinsicht der Ausdrücke, Schlüsse und Verbindung der Sähe mitgroßer Zierlichkeit abgefaßt und eS fehlt viel, daß sich ein Barbarismus,Solocismus oder überhaupt ein Idiotismus darin fände. Denn der Ver-fasser besaß, wie es scheint, beide Gaben, welche beide ihm der Herr ge-schenkt hatte die Gabe der Erkenntnis; und die Gabe des Ausdrucks.Daß dieser aber eine Offenbarung gesehen, so wie höhere Erkenntnis;und die Weiffagungsgabe empfangen habe, will ich zwar nicht bestrei-ken, aber das sehe ich deutlich, daß seine Sprache und sein Ausdrucknicht rein griechisch sind, sondern daß er sich barbarischer Wendungenund zuweilen Solöcismen bedient, die ich aber jetzt hier anzuführen nichtfür nothwendig halte. Denn es glaube ja Niemand, daß ich dicß, umdarüber zu spotten, gesagt habe, sondern meine einzige Absicht war,die Ungleichheit dieser Schriften zu zeigen."

S ech s u n d zw a n zi g stcs Haupt st ü ck.

Von den Briefen des Dionpsins.

Außer diesen hat man noch mehrere andere Briefe von Dionysius,z. B. die gegen Sabellius an Ammvn, den Bischof der Gemeinde zuBerenice den an Tclesphorus den an Euphrauor und einen andernau Ammvn und Enporus. Auch verfaßte er über denselben Gegenstand (1)noch vier andere Abhandlungen, die er seinem Namensbruder Dionysiuszu Rom zueignete. Ueberdieß besitzen wir noch mehrere andere Briefe vonihm, so wie einige umfassendere Schriften, welche in Briefform geschrie-ben sind, z. B. die Bücher von der Natur, welche er seinem SohneTimothcos zuschrieb und das Buch von den Versuchungen, welches er

(1) Nämlich den Sabcllianismus, wovon die vorigen vier genannten Briefe handelten.Einige Bischöfe in Pentapolis hielten eine Synode wider den Dionysias, den sie ebenfallsirriger Meinungen von der Gottheit Christi beschuldigten, die er in seinem Streit widerden Sabellius geäußert, und verklagten ihn dcßwegen beim Bischof Dionysius zu Rom.Bei diesem vertheidigte er sich in vier Schriften, die Hm Titel fuhren: Widerlegungund Nertheidigung. Stroth.