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Kirchengeschichte
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271
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Gallienus. Jahr Christus 267. Dionysius. 271

ebenfalls dem Euphranor zueignete. Außerdem sagt er in einem Briefean Bastlides, Bischof der Gemeinden in Pentapolis, er habe über denAnfang des Predigerbnchs eine Erklärung verfaßt. Auch hat er uns ver-schiedene andere Briefe an diesen Basilides hinterlassen. Bis hieher istDionysius unser Führer gewesen. Nun aber wollen wir nach der Erzäh-lung dieser Begebenheiten auch die Geschichte unserer Zeit zur Kenntnißder Nachwelt bringen.

Sieticnundjwanzig stes Hanpt st il ck.

Bon Paulus von Samosata und der von ihm zu Antiochien angerichteten Ketzerei.

Nachdem XysiuS 1k Jahre lang (1) der römischen Gemeinde vorge-standen hatte, so wurde ein Namensbruder des Dionysius von Alexan-drien sein Nachfolger. Um dieselbe Zeit schied auch Demetrianus zu An-tiochien aus der Welt und Paulus von Samosata (2) überkam (Z) die bi-schöfliche Würde. Da dieser der kirchlichen Lehre völlig entgegen, niedrigeund geringe Vorstellungen von Christus hatte, als sey er seiner Naturnach ein gewöhnlicher Mensch gewesen, (ä) so wurde Dionysius von Ale-xandrien eingeladen, auf die Synode zu kommen. Allein dieser cutschul-digte sich mit seinem hohen Alter, so wie mit seiner körperlichen Schwächeund blieb also mit seiner persönlichen Gegenwart ans, that aber in einemSchreiben zu wissen, welche Ansicht er von vorliegender Streitfrage habe.Die übrigen Hirten der Gemeinden aber eilten sämmtlich von allen Seitenher nach Antiochien als gegen den Verwüstcr der Heerde Christi und ver-sammelten sich daselbst.

(t) Man erinnere sich der Anmerkung oben zu Hauptstück 14. Einige legen demTystus 1 Jahr und etwas darüber, Andere 2 Jahr und 11 Monate, noch Andere nur bloß11 Monate bei. Am allcrgröbsten ist aber doch hier der Jrrthum des Eusebius, der endlichunten Hauplst. 32 bei Eutychianus durch einen andern Jrrthum wieder gut gemacht wird.

Stroth.

(2) Jetzt Somaisath, eine Stadt in Syrien an einem der Ucbergängc am westlichenUfer des Euphrat, berühmt auch als Geburtsort des bekannten Spötters Lucianus.

(3) Man sagt, durch die Verwendung seiner Gönncrin Zcnobia, der damaligen Königinvon Palmyra und eines großen Theiles des Orients. Daß übrigens Paulus dieser für dasJudmthum und die Philosophie eingenommenen Königin zu Gefallen seine Lehre aufgestellthabe, wie Einige behaupten, bedürfte noch eines nähern Beweises.

(4) Paulus ging nämlich von dem strengen Prinzip des Monotheismus aus und stelltedaher als ersten Grundsatz auf, daß es nur Eine göttliche Substanz oder Person geben könne.Er berief sich auf die Stelle: Der Herr, dein Gott, ist ei» einiger Gott. Daraus folgerte er:also kann Christus nicht Gott, sondern Mensch seyn. Ob er aber gleich Christus seinerNatur nach für einen gewöhnlichen Menschen hielt, so schrieb er ihm doch Vorzüge zu, dieihn vor allen andern Menschen auszeichneten. Dicß verdankte Jesus der Einwirkung desgöttlichen Logos, welchen Paulus, ungeachtet er von keinem persönlichen Unterschied im West»der Gottheit reden wollte, als göttliche Kraft in Beziehung auf Jcsum anerkannte. DerLogos vereinigte sich mit dem Menschen Jesus und wirkte auf ihn in höhcrem Grade, alsauf die Propheten, und wegen dieser Einwirkung heißt Jesus der Sohn Gottes. Durchdieselbe gelangte übrigens Jesus zu einer so großen moralischen Vollkommenheit, daß manrhm im eigentlichen Sinne göttliche Würde beilegen kann. Nach der Vollendung des irdi-schen Geschäftes Jesu hörte die Einwirkung des göttlichen Logos auf ihn auf.