268 GallienuS. Jahr Christus 203. Tystuö II. (Dionysius),„das Wort Gottes und sein Zcugniß, so viel er gesehen hat."(1) Sodann„schreibt er auch einen Brief: „Johannes den 7 Gemeinden in Wen. Gnade„sey mit euch und Friede." (2) Der Evangelist hat aber seinen Namen nicht„einmal dem katholischen Briefe vorgesetzt, sondern ohne Umschweif mit„dem Geheimniß der göttlichen Offenbarung selbst begonnen: „Was von„Anfang gewesen ist, was wir gehört, waö wir gesehen haben mit nnsern„Augen." (Z) Denn wegen dieser (4) Offenbarung preist auch der Herr den„Petrus selig, wenn er sagt: „Selig bist du, Simon, Bar Jona, denn„Fleisch und Blut haben dir das nicht offenbart, sondern mein himm-„lischer Vater." (5) Auch nicht in dem dem Johannes zugeschriebenen„zweiten und dritten Briefe, die doch beide sehr kurz sind,(ö) steht der„Name des Johannes an der Spitze, sondern es ist ohne Nennung eines„Namens „Der Aelteste" geschrieben. Aber jener hielt es sogar nicht für„hinreichend, Einmal sich zu nennen und sodann in seiner Erzählung fort-„zufahren, daß er nochmals wiederholt: „Ich Johannes, euer Bruder und„Mitgenosse in der Trübsal, im Reiche und in der Geduld Jesu, war ans„der Insel, welche Patmos heißt, um des Wortes Gottes willen und des„Zeugnisses Jesu." (7) Ja, auch am Ende der Offenbarung sagt er noch:„Selig ist, der da bewahret die Worte der Weissagung in diesem Buch und„ich, Johannes, der solches gesehen und gehöret hat." Daß nun ein Johannes„der Verfasser der Offenbarung ist, dieß muß man ihm aufsein Wort glauben;„was es aber für ein Johannes sey, ist nicht so klar. Denn er nennt sich„nicht, wie im Evangelium so oft, den Jünger, welchen der Herr lieb„hatte, noch welcher an der Brust des Hern gelegen, noch den Bruder des„Jakobus, noch sagt er von sich, daß er den Herrn selbst g.esehen und ge-„hört habe. Denn er würde doch eines von den angeführten Ausdrücken„sich bedient haben, wenn er sich näher hätte bezeichnen wollen; allein von„diesem allem kein Wort. Er nennt sich nur unfern Bruder und Mitge-„ Nossen und einen Zeugen Jesu und preist sich selig, weil er die Offenba-rungen geschaut und gehört. Ich halte aber dafür, daß Viele den gleichen„Namen mit dem Apostel Johannes geführt haben, welche aus Liebe zu„ihm und aus Bewunderung und Nacheiferung und in dem Wunsche, gleich„ihm geliebt zu werden von dem Herrn, auch denselben Namen angenom-„men haben, so wie man bei den Kindern der Gläubigen häufig die Namen
(t> Offenb. 1, 1.
(2) Offenb. 1, 4.
(3) 1 Joh, 1, 1.
(4) Diese Worte stehen hier so zu sagen in einer Parenthese. Dionysius kommt beiGelegenheit, da er von der Offenbarung des göttlichen Geheimnisses redet, auf den Petrus,den Christus wegen dieser Offenbarung selig preist. Stroth.
(5) Matth. lS, 17.
(ö) Was in der Kürze der Briefe für ein näherer Grund sich zu nennen liege, läßtsich nicht bestimme». Vielleicht ist es dieser, daß die Briefe wegen ihrer Kürze mehr tieForm von Briefen haben, dahingegen jene längere eher Büchern und Abhandlungen ähnlichsind, und daß sie also als eigentliche Briefe auch am ersten die bei allen Briefen üblicheVorsehung des Namens haben sollten. Stroth.
s7) Offenb. t, 9.