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Kirchengeschichte
Entstehung
Seite
266
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Gallienus. Jahr Christus 263. Xystus !l. (Dionysius),es für nothwendig, gegen unfern Bruder Nepos, wie wenn er gegen-wärtig wäre, mit widerlegende» Gründen zu sprechen." Etwas weiter-hin fährt Dionysius so fort:Als ich in dem Distrikt von Arsinoe war, wo,wie du weißt, diese Lehrmeinung schon seit längerer Zeit sich verbreitethatte, so daß sogar Abfall ganzer Gemeinden daraus entstanden, so beriefich die Presbyter und Lehrer der Brüder in den Dörfern zusammen, wo-bei auch jeder von den Brüdern, der da wollte, erscheinen konnte, und ver-anlaßte sie, öffentlich eine Untersuchung dieser Lehre anzustellen. Sie brach-ten mir nun dieses Buch als einen Schild nnd eine nnbezwingliche Mauer,und ich setzte mich zu ihnen drei Tage nach einander hin vom Morgen bisauf den Abend, um den Inhalt desselben zu widerlegen. Hiebei mußte ichdas gesetzte, wahrheitsliebende, der Belehrung empfängliche und verstän-dige Benehmen der Brüder über die Maßen bewundern. Wir trugen ein-ander in Ordnung und mit Sanftmuth die Fragen, Zweifel und Beistim-mung vor, und hüteten uns sorgfältig, einmal angenommene Meinungen,wenn sie auch nicht als der Wahrheit gemäß sich erzeigten, mitHartnäckig-keit und auf jegliche Weise zu vertheidigen. Auch bogen wir den Ein-würfen nicht aus, sondern wir suchten vielmehr, so viel möglich, den Gegen-wand fest im Auge zubehalten und denselben zn beweisen, ohne uns zuschämen, wenn Gründe uns dazu nöthigten, unsere Ansicht zu ändern undbeizustimmen, sondern wir nahmen mit gutem Gewissen, ganz aufrichtig,unsere Herzen stets zu Gott gewandt, das an, was durch Beweise undAussprüche der heiligen Schrift bestätigt wurde. Zuletzt bekannte undbezeugte der Vorkämpfer und Verbreiter dieser Lehre, Korakion, vor denOhren aller anwesenden Brüder, daß er derselben, nun durch die Gegen-gründe hinlänglich überzeugt, weder weiter zugethan seyn, noch ihrer er-wähnen, noch sie lehren wolle. Die übrigen anwesenden Brüder aberfreuten sich über die Verhandlungen, über die Nachgiebigkeit gegen alleund über die Ausgleichung.

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Von der Offenbarung des Johannes.

Etwas weiterhin äußert sich sodann Dionysius über die OffenbarungJohannis folgendermaßen:Einige nun von denen vor uns haben dasBuch gänzlich verworfen und ihm allen Werth abgesprochen, indem siees Satz für Satz durchgingen und bewiesen, daß es ohne Sinn und Znsam-menhang sey. Sie behaupteten, die Aufschrift betrüge, denn es sey keinWerk des Johannes; ja es sey nicht einmal eine Offenbarung, was untereinem so starken, dichten Schleier von Unverständlichkeit verborgen liege.Und geschweige daß irgend ein Apostel, so sey nicht einmal ein heiligeroder rechtgläubiger Mann der Verfasser dieses Buches gewesen, sondernCerinthus, der auch die nach ihm benannte cerinthianische Sekte gestiftet,