Gallienus. Jahr Christus 265. Xystus II. (Dionysius). 265
Vierundzwan ) igstes Hauptstück.
Von Nepos und der Spaltung, die er vcranlapte.
Zlußer allen diesen Schriften hat Dionysius auch zwei Bücher überdie Verheißungen verfaßt. Veranlassung dazu gab ihm Nepos, ein ägyp-tischer Bischof, welcher die den Heiligen in der Schrift gegebenen Verheißun-gen auf eine zu jüdische Art erklären (l.) lehrte und behauptete, es würdeein Jahrtausend voll sinnlicher Lust auf dieser Erde stattfinden. Da erglaubte, aus der Offenbarung Johannis seine Meinung beweisen zu können,so verfaßte er eine Schrift über diesen Gegenstand unter dem Titel: Wi-derlegung der A ll e g orist e n. (2) Gegen ihn erhob sich Dionysiusin seinen Büchern über die Verheißungen, in deren erstern er seine eigeneAnsicht über diesen Satz darlegt, in deren zweiten aber er sich über die Of-fenbarung Johannis ausspricht. Er thut darin gleich zu Anfang des Neposmit folgenden Worten Erwähnung: „Da sie eine gewisse Schrift des Nepos„vorweisen, auf die sie sich sehr stützen, als wenn darin unwidersprechlich«bewiesen wäre, daß das Reich Christi auf Erden seyn werde, so gestehe ich,„daß ich zwar in mancher andern Hinsicht den Nepos schätze und liebe seines„Glaubens, seiner Arbeitsamkeit und des Fleißes wegen, den er auf die„heilige Schrift verwandt, so wie wegen seiner zahlreichen geistlichen Lieder,„an welchen bis jetzt noch viele der Brüder ein großes Gefallen finden, und„daß ich den Mann in dieser Beziehung mehr hochachte, als ehe er aus„der Welt schied; allein lieb und über Alles schätzbar ist mir die Wahrheit.„Ist etwas Wahres gesagt, so muß man es ohne Neid billigen und loben;„untersuchen und berichtigen aber müssen wir, wo uns eine Schrift nicht„der Wahrheit gemäß vorkommt. Wäre Nepos selbst zugegen und würde„seine Meinung bloß mündlich vortragen, so würde eine bloße Besprechung,„welche durch gegenseitiges Fragen und Antworten die Streitenden über-zeugt und annähert, hinreichend seyn. Allein, da er ein Buch hievon her-ausgegeben hat, daö nach der Ansicht Einiger sehr überzeugend seyn soll,„und da einige Lehrer seines Anhangs das Gesetz und die Propheten für„nichts achten, den Evangelien zu folgen versäumen, die Briefe der Apostel„gering schätzen, hingegen die in diesem Buche vorgetragene Lehre als ein„großes, verborgenes Geheimuiß erheben und die einfältigen Brüder unter„uns sich keinen großen und erhabenen Begriff von der herrlichen und wahr-haft göttlichen Erscheinung unseres Herrn, noch von unserer Auferstehung«von dcn Todten, der Versammlung zu ihm und Verähnlichnng mit ihm«machen lassen, sondern sie bereden, kleinliche, hinfällige und den gegen-wärtigen ähnliche Dinge in dem Reiche GorreS zu hoffen, so Halle» wir
ct> D. h. ganz buchstäblich.
(2) Hierunter sind Origencs und seine Schule verstanden, welche die OffenbarungJohannis sowohl, als die meisten Schriften des alten Testaments nicht anders vor demVorwurf der darin herrschenden jüdischen Denkungsart zu retten wußten, als durch allego-rische Erklärung. Stroth.