264 Gallienus. I. Chr. 262 — 265. Zcystus II. (Dionysius),einen andern von derUebung. In einem andern Briefs an Hermam-mon und die Brüder in Aegypten spricht er viel von der Schlechtigkeit desDecius und seiner Nachfolger und thut sodann des Friedens unter Gallie-nus Erwähnung.
Dreiund)wan)igstes Hanptstück.
Von der Regierung des Gallienus.
Doch eö ist das Beste, wir hören seine eigenen Worte, welche alsolauten: »Jener (I) nun, der von zwei Kaisern vor ihm den einen vcrrathen,„den andern bekriegt hatte, ging schnell mit seiner ganzen Familie gänzlich»zu Grunde. Gallienns aber wurde von Allen einstimmig zum Kaiser aus-gerufen und anerkannt, er, der zugleich alter und neuer Kaiser war, da„er es schon vor jenen war und es noch nach ihnen blieb. Nach dem Aus-spruch des Propheten Jesaias: Siehe, was von Anfang ist, das kommt„und ist neu , was jetzt aufgeht. (2) Denn wie ein Gewölk, das unter den„Sonnenstrahlen hinzieht und sie aus einige Zeit verdeckt, die Sonne ver-dunkelt und an ihrer Stelle gesehen wird, sodann aber, wenn dasselbe„vorübergezogen ist oder sich vertheilt hat, die schon vorher aufgegangene„Sonne von Neuem wieder aufgeht und zum Vorschein kommt; also ist„auch Makrianus, der die Hand nach der Krone des Gallienus ausgestreckt„und sich selbst zum Kaiser aufgeworfen hatte, dieß bereits nicht mehr, wie„er es denn überhaupt nicht gewesen ist, Gallienus aber ist es auf dieselbe„Weise, wie er es schon früher gewesen. Das Reich hat, so zu sagen, sein„Alter abgestreift, seinen frühern traurigen Zustand abgelegt und ist jetzt„zu blühenderer Kraft gelangt (3) und wird weit gesehen und gehört und„breitet sich überallhin aus.« Dionysius gibt sodann auch noch die Zeit,da er dieses schrieb, mit folgenden Worten an: »Es fällt mir wiederum»ein, an die Dauer der kaiserlichen Regierung zn denken. Denn ich sehe,„daß die genannten Ruchlosen in kurzer Zeit namenlos geworden sind. Un-»ser geheiligter und gottgefälliger Kaiser aber hat das siebente Jahr (ä)„überschritten und ist jetzt im neunten Jahre seiner Regierung , si, welchem„wir das Fest feiern wollen.«
(t) Die Rede ist hier von Makrianus, der den Valerianus an die Perser verrathenund hernach sich gegen Gallienus in Aegypten und im Orient zum Kaiser aufgeworfenhatte. Valcrianus und Gallienus werden hier Kaiser genannt, die vor ihm regiert, weiltheils Gallienus schon Mitregcnt seines Vaters gewesen, daher auch seine Rcgierungsjahrevon 254 an gerechnet werden, theils Makrianus wirklich eine Zeit lang im Orient als Kaiserregiert und dafür erkannt worden, daher jene Kaiser gar wohl seine Borfahren genanntwerden konnten. Stroth.
(2) Jes. 43, 19.
(3) Dies, ist ganz falsch. Das römische Reich kam wohl zu keiner Zeit sowohl durchvon allen Seiten herstürmende äußere Feinde, als auch durch zahllose Aufstände und Em-pörungen im Innern dem Rande des Abgrundes näher, als gerade unter der Regierungdes sorglosen, liederlichen Gallienus. ,
(4) Ehristopherson wollte hier setzen: das achte Jahr. Allein Dionysius redet hiervon der Zeit, da er wirklich auch in Aegypten regierte. Denn zwischen dieser Zeit hatteMakrianus ein Jahr lang in Aegypten regiert. Stroth.