GallienuS. I. Chr. 260-961. XystuS II. (Dionysius). 2ki3„tragen, so daß wir das, was sie uns zugefügt, allein trugen, von dem„aber, was sie einander selbst zufügten und litten, auch einen Theil tragen„mußten. Wiederum erfreuten wir uns sodann des Friedens Christi, den„er uns allen gegeben hat. Jndeß nur eine sehr kurze Erholung wurde uns„und ihnen zu Theil, als noch die gegenwärtige Krankheit ausbrach, ein«Ereigniß, das für sie furchtbarer, als alles Furchtbare, und grausenhafter,„als jedes Unglück war, und dessen Wirkungen, wie sich einer ihrer Schrift-„steller (1) äußert, allein mächtiger waren , als irgend Jemand vermuthen„konnte. Für uns aber waren sie dieß nicht, sondern vielmehr ein nicht„geringeres UebungS» und Prüfungsmittel, als die übrigen. Denn auch„uns hatte sie nicht verschont, allein mit vorzüglicher Heftigkeit wüthete sie„unter den Heiden." Weiterhin fährt Dionysius also fort: „Die meisten„unserer Brüder schonten ihrer selbst nicht in der Fülle der Liebe und der„Bruderliebe, sondern sie hielten an einander fest, besuchten, ohne sich zu„verwahren, die Kranken, dienten ihnen unermüdlich und pflegten sie um„Christi willen und schieden mit ihnen auf das Freudigste aus dem Leben,„indem sie sich mit den Leiden Anderer ansteckten, die Krankheit von ihren„Nächsten gleichsam auf sich herüberleiteten und voll Bereitwilligkeit ihre„Schmerzen in sich aufnahmen. Ja, Viele starben selbst, nachdem steAndere„durch ihre Sorge am Krankenbette wieder hergestellt und deren Tod gleich-„sam auf sich verpflanzt hatten. Diese erfüllten den gemeinen Ausdruck,„den man sonst für eine gewohnliche Höflichkeitsformel gehalten, und gingen„als „allerergebenfte Diener" aus der Welt. Auf diese Weise endeten die„Besten unter den Brüdern bei uns, einige Presbyter, Diakonen und„mehrere Wohlbelobte aus dem Volke, ihr Leben, so daß ein solcher Tod,„weil er die Frucht großer Frömmigkeit und kräftigen Glaubens ist, einem„Märtyrertode nicht nachzustehen scheint. Sie nahmen die Leiber der Hei-ligen auf ihre Arme und ihren Schoos, drückten ihnen die Angen zu und„schlössen ihnen den Mund, trugen sie auf ihren Schultern, legten sie«zurecht, drückten sie an sich, umfaßten sie, wuschen sie und kleideten sie„ein und hatten nach einer Weile ein gleiches Schicksal, da immer die„Uebriggebliebenen ihren Vorgängern folgten. Bei den Heiden aber fand„das gerade Gegentheil statt. Sie stießen diejenigen, welche anfingen krank„zu werden, von sich, flohen von den Theuersten hinweg, warfen die Halb-„todten auf die Straßen hin, ließen die Todten unbegraben liegen und„suchten so der Ansteckung und Mittheilung des Sterbens auszuweichen,„der man doch aller angewandten Mittel ungeachtet nicht leicht entgehen„konnte." Nach diesem Briefe, als die Verhältnisse zu Alexandrien wie-der friedlich sich gestaltet hatten, schrieb Dionysius wieder einen Festbricfan die Brüder in Aegypten und verfaßte außerdem noch mehrere andereBriefe. Man hat auch einen solchen von ihm über den Sabbath und
(t) Man könnte glauben, dieß sey ein Ausdruck eines gleichzeitigen heidnischen Schrift-stellers, allein er findet sich in einer Rede des Pcriklcs bei Lhucydides Ii, b4>