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Kirchengeschichte
Entstehung
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262
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202 Gallieuuö. I. Chr. 260261. Xystus n. (Dionysius),chen, woher das so häufige und mannigfaltige Sterben der Menschen?Warum unsere große Stadt nicht mehr eine so große Menge Einwohner,auch von den unmündigen Kindern bis zu den ältesten Greisen gerechnet,in sich faßt, als sie vormals bloß an sogenannten Halbalten ernährte?Sondern derer vom äostcn bis zu dem 70sten Jahre waren damals so vielmehr, daß man jetzt ihre Zahl nicht einmal ergänzen konnte, wenn manauch jetzt alle Personen vom läten bis zum Losten Jahre in das Verzeich-niß für die öffentliche Getreideaustheilung eintragen würde und diejeni-gen, welche dem Aussehen nach noch sehr jung sind, sind gleichsam Alters-genossen derer geworden, (1) die sonst die betagtesten Männer waren.Allein obgleich sie das menschliche Geschlecht immer mehr verringert undhingerafft werden sehen und seine gänzliche Vertilgung immer mehr umsich greift, so zittern sie dennoch nicht.«

Z w e iu ndzwauzigstes H a u p t st ü ck.

Von der damals herrschenden Krankheit.

Als sodann eine pestartige Krankheit auf den Krieg folgte und dasPassahfest wieder herannahte, so unterhielt sich Dionysius wiederum mitden Brüdern in einem Schreiben, worin er die Große des Jammers fol-gendermaßen schildert:Den andern Menschen (2) dürften vielleicht diegegenwärtigen Umstände keine schickliche Zeit zu einer Festfeier scheinen.Allein diese haben überhaupt keine schickliche Zeit dazu, weder jetzt, nochsonst, nicht nur nicht in diesen traurigen Verhältnissen, sondern nichteinmal in solchen, die man für recht vergnügt halten mochte. (Z) Jetztist Alles nur Ein Wehklagen; Alle trauern, und Klagen und Jammerntönt durch die ganze Stadt wegen der großen Anzahl derer, die schon ge-,.starben sind und noch täglich sterben. Denn, wie es von den Erstgebornender Aegyptier geschrieben steht, also ist auch jetzt ein großes Geschrei.Denn es gibt kein Haus, worin sich nicht ein Todter befände. Und möchtenur dieß allein seyn! Denn wir haben schon vorher vieles Ungemach er-duldet. Zuerst haben sie uns verfolgt, aber, obgleich von Allen alleinverfolgt und zum Tode gebracht, haben wir dennoch auch damals das Festgefeiert. Jeder Ort, wo wir eine ober die andere Art von Trübsal erduldethaben, ward uns zum festlichen Versammlungsort Feld, Wüste, Schiff,Wirthshaus, Kerker. Das fröhlichste aller Feste aber haben die vollendetenMärtyrer gefeiert, welche im Himmel ihr Mahl hielten. Hierauf folgteKrieg und Hunger. Dieß haben wir gemeinschaftlich mit den Heiden er-

römischcn Reichs. Eine Zeit lang starben in Rom täglich 5V00 Menschen und viele Städtewurden gänzlich entvölkert.

(1) D. i., sie müssen an deren Stelle treten.

(2) D. h. den Heiden.

(3) Man sieht deutlich, daß Dionysius hier den Satz vortragen wollte: Ein Gottloserist niemals geschickt, ein Fest zu feiern. Stroth.