GallieunS. Jahr Christus 260. TystnS Ii. (Dionysius). 2K1Später schrieb Dionysius einen andern Festbrief an Hierax, einen ägypti-schen Bischof, worin er des damaligen Aufruhrs der Alexandriner folgen-dermaßen Erwähnung thut: „WasWunder ist es, wenn es mir schwerfällt,»mich mit entfernter Wohnenden auch nur schriftlich zu unterhalten, da es„für mich keineswegs leicht ist, mit mir selbst zu reden und meiner eigenen»Seele zu ratheu? Denn ich muß an mein eigenes Herz, an die Brüder, die„unter Einem Dache mit mir wohnen und die Eines Sinnes mit mir sind,„an die Mitglieder derselben Gemeinde Briefe schreiben, und sehe nicht eiu-„Mal die Möglichkeit, wie ich sie nur abschicken soll. Denn eS wäre leichter,„nicht nur in das Ausland, sondern vom Oriente nach dem Occident zu kom-„men, als von Alexandrien nach Alexandrien. Denn noch oder, ungangba-rer, als jene große unwegsame Wüste, welche Israel in zwei Menschen-altern durchwandert hat, ist die mittelste Straße von Alexandrien. Und»die stillen, ruhigen Häfen der Stadt bieten ein Bild jenes Meeres dar,„welches gespalten und, so zu sagen, durch eine Mauer geschützt, den Israe-liten einen Durchgang bereitet hat, während die Aegyptier auf ihrem„Pfade ersäuft wurden. Denn oft erscheinen sie von den vielen in ihnen„vorfallenden Mordthaten gleich dem rothen Meere. Den Fluß aber, wel-„cher an der Stadt vorbeifließt, steht man zuweilen trockener als die wasser-„lvse Wüste und noch ausgedörrter, als jene Wüste, bei deren Durchwan-„derung Israel so sehr gedürstet hat, daß eS wider Moses schrie und in»welcher ihm auf Veranstaltung dessen, der allein Wunder thut, Wasser»auö einem schroffen Felsen geflossen ist; zuweilen aber tritt er so sehr ans,»daß er die ganze Umgegend, alle Wege und Felder unter Wasser setzt und„die Herbeiführung der großen Fluth zu Noa's Feiten droht. Beständig„aber fließt er, von Blut und Mord und darin ertränkten Menschen befleckt,„dahin, wie er einst von Mose für Pharao gemacht wurde, als er in Blut„verwandelt und stinkend ward. Und welches andere Wasser konnte wohl„das Reinigungsmittel des alles reinigenden Wassers (1) werden? Wie»vermöchte der große, unermeßliche Ocean dieses bittere Meer, wenn er sich»darüber ergösse, wegzuspülen? Oder wie könnte der große Strom, der»aus Eden sich ergießt, wenn er auch die vier Ausflüsse, in welche er sich»theilt, in dem einzigen Gihon vereinigte, den Bluteiter abwaschen? Oder„wann wird die durch die von allen Seiten her aufsteigenden bösen Dünste»verdüsterte Luft wieder hell und rein werden? Denn es steigen von der Erde»solche Düfte, von dem Meere solche Winde, von den Flüssen solche Dünste»und von dem Hafen solche Nebel empor, daß der Than nichts anderes ist,„als Eiter von den in allen Elementen faulenden todten Körpern. Und„da wundern sie sich denn noch und wissen nicht, woher die anhaltende»Pest, (2) woher die schweren Krankheiten, woher die mannigfaltigen Seil-st) Das Wasser wurde sowohl bei den Heide», als hernach bei den katholischen Chri-sten zu Reinigungen und Entsiindigungen gebraucht.
(2) Sie dauerte vom Jahre 250 bis zum Jahr 265 ohne Unterbrechung und wuthetcnicht bloß in Aegypten, sondern in jeder Provinz, jeder Stadt und fast jeder Familie des