2S4 Valeriana. Jahr Christus 257. Tystus Ii.
Geliebten, Vertrauten und Freunde genießen können. Denn sie würden„dahin kommen und sich daselbst aufhalten und es könnten hier, wie in etwas„entfernt liegenden Vorstädten, (O besondere Versammlungen gehalten wer-„deu, was denn .auch geschah. Etwas weiterhin schreibt Dionysius ferner„von seinen Begegnisseü Folgendes: „Germanus brüstet sich mit seinen„vielen Bekenntnissen. Er we/st' freilich von Vielem zu erzählen, was ihm„begegnet ist. Allein wie viele Urthals. wie sie gegen uns ergangen sind,„kann er zählen? wie viele AchtSerklärungrA und Einziehungen der Güter ?„Raub des Vermögens? Entsetzung der Würden? Geringschätzung welt-licher Ehre? Verachtung des Lobs des Statthalters Und des Senats, der„Drohungen der Widersacher, des Geschrei's, der Gefahren, der Verfolgun-„gen, des JrrsalS, der Bedräugniß und mancherlei Roth Erduldung, der-„gleichcn mir unter Decius und Sabiuus(2) begegnet ist, dergleichen noch„bis jetzt unter Aemiliauus? Wo hat sich denn aber damals Germanus„sehen lassen? Wo ist von ihm gesprochen worden? Doch ich begebe mich„meiner großen Thorheit, in die ich des Germanus wegen gsrathen bin und„überlasse daher die Erzählung aller Einzelnheiten den Brüdern, welche da-„mit bekannt sind." Derselbe Dionysius gedenkt auch in seinemBriefe an Domitius und Didymus mehrerer Umstände bei der Verfolgungmit folgenden Worten: „Es wäre überflüssig, die Unsrigen namentlich an-„zuführen, da ihrer viel und diese dazu euch unbekannt sind. Nur das„wöget ihr wissen, daß Männer und Weiber, Junge und Alte, Mädchen„und bejahrte Frauen, Soldaten und Bürgerliche, daß jedes Geschlecht und„jedes Aster theils durch Geißel und Feuer, theils durch Schwert im Kampfe„überwunden und die Kronen empfangen haben, bei Andern aber war auch„eine lange Zeit nicht hinreichend genug, um dem Herrn angenehm zu er-„scheinen, waS auch, wie es scheint, bis jetzt bei mir noch nicht der Fall ist.„Daher hat er mich auf eine ihm bekannte bequemere Zeit aufgehoben, er,„der da sagt: Ich habe dich zur angenehmen Zeit erhört und dir am Tage„des Heils geholfen. (3) Da ihr nach unserem Zustande fragt und wissen„wollt, wie wir uns befinden, so habt ihr wenigstens gewiß gehört, wie wir„als Gefangene von einem Hauptmann und einigen Beamten (4) und ihren„Soldaten und Gerichtsdienern weggeführt worden sind, nämlich ich, Kajus,„Faustus, PetruS und Paulus, wie aber einige Mareoter, (5) die dazu
(1) Wo die Borstädte etwas weit von der Stadt entfernt waren, da waren die Ein-wohner derselben nicht gehalten, die großen gottesdienstlichen Versammlungen in der Stadtzu besuchen, sondern m der Borstadt wurden besondere Zusammenkünfte entweder in einerKirche oder an einem andern dazu bequemen Ort gehalten. Ferner nennen die Griechennicht allein die wirklichen Borstädte UHoäarei.«, sondern auch ziemlich entlegen^ Fleckenund Dorfer. Balesius.
(s) Der letztere war unter Decius Statthalter von Aegypten.
e3) 2 Korinth. 6, 2.
(4) Hierunter sind die sogenannten Duumviri, ein bürgerlicher Magi-strat von Alexandrien, zu verstehen.
(5) Man sehe oben B. 6. Kap. 40. Diese hier angezogene Stelle aus dem Briefean Domitius und Didymus gehört also nicht hieher, sondern weiter zurück unter die Regie-rung des Decius.