Vassriamls. Jahr Christus 254. Tystus U. 2Ll4
Jehntes HaNpLstück.
Bon Valcrianus und der Verfolgung unter ihm.
Gallus und die übrigen Kaiser (1) hatten noch nicht volle zwei Jahreauf dem Throns gesessen, als sie ermordet wurden und Balerianus mit sei-nem Sohne Gallieuuö ihnen in der Regierung folgte. Wie sichDionysius auch über diesen äußert, kann man aus seinem Briefe anHermammvn ersehen, worin folgende Stelle vorkommt: „Dem Johannes„ist es gleichfalls geoffenbart worden. Es heißt bei ihm: (2) Und es ward„ihm gegeben ein Mund zu reden große Dinge und Lästerung und es wurde„ihm Macht gegeben 42 Monate lang. (Z) Beides ist bei Balerianus zu?„Verwunderung eingetroffen. Hiebei muß mau vorzüglich die Art und„Weise seines frühern Benehmens in Betrachtung ziehen, so lange er gegen„die Männer Gottes gütig und wohlwollend war. Denn keiner der frühem„Kaiser, nicht einmal diejenigen, welche offenbar Christen gewesen seyn„sollen,(4) war so liebreich und huldvoll gegen sie gesinnt wie Valcrianus.„Er behandelte sie im Ansauge seiner Regierung ganz öffentlich auf daS„freundlichste und wohlwollendste und sein ganzes Hoflager war voll von„gottesfürchtigen Männern und eine Gemeinde Gottes. Der Lehrer und„Ober-Vorsteher der ägyptischen Magier (S) aber beredete ihn, diesen Ge-sinnungen zu entsagen und forderte ihn einestheils aus, die unschuldigen,„heiligen Männer zu verfolgen und zu todten als Leute, welche sich seinen„ganz abscheulichen und greuelhaften Beschwörungen widersetzten und die-selben verhinderten — denn eS gab unter ihnen und gibt noch welche, die„durch ihre bloße Gegenwart und ihren Blick, wie auch durch Anblasen und„Reden schaden, (K) die Blendwerke der bösen Geister zu zerstören vermögen
andcrutheils ricth er ihm, unreine Einweihungen, abscheuliche Zaube-reien und eitle Opfer anzustellen, unglückliche Kinder zu schlachten, die„Kinder unglücklicher Eltern zu opfern, die Eingeweide Neugeborner zu„durchforschen und die Gebilde Gottes zn zerfleischen und zn zerschneiden,„als würde ihm dadurch Glück entstehen." Etwas weiterhin fährt Diony-
(1) Hierunter versteht Eusebius thcils des Gallus Sohn und Mitrcgentcn Bolusianus,theils seinen Gegenkaiser Acmilianus. Erstercr wurde von ihren Soldaten, als Acmilianusgegen sie zog, letzterer von seinem Heere, beinr Anrücken des Balerianus gctödtct. Ucbri-gens währt, wie Stroth richtig bemerkt, die Verwirrung in der Zeitrechnung noch immerfort. Denn Gallus kam eigentlich gegen das Ende des Jahrs 253 ums Leben; es sindaber schon lange vorher Dinge erzählt, die thcils ins Jahr 254, thcils 256 und nochspäter hingehören.
(2t Offenb. 13, 5.
(3) Diese 42 Monate sind von der Zeitdauer der Ehristcnvcrfolgung Valcrianus zuverstehen; denn in den ersten drei Jahren seiner etwa siebenjährigen Regierung war er denChristen günstig.
(4) Hierunter ist Philippus mit seinem Sohn und vielleicht auch Alexander Severuszu verstehen. Der letztere hatte in seiner Hauskapclle unter den Büsten der Menschen,welche er für Wesen höherer Art hielt, auch die Büste Christi und soll die Absicht gehabthaben, Christus unter die römischen Götter aufnehmen zu lassen.
(u> So nennt Dionysius den Marrianus, einen Günstling Balerianus, weil er sichwohl viel mit Magic abgab und die Magier beschützte.
lü) Bezieht sich wohl auf das Aussprechen des Ramens Christi.