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Kirchengeschichte
Entstehung
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248
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2-Z8 Gallus n. Volusianus. I. Chr. 256- Äystns ZI.folgenden Vorfall, der sich bei ihm ereignet hatte, mit folgenden Wor-ten: »Und in der That, lieber Bruder, bedarf ich des NatheS und bitte»dich um deine Meinung bei folgendem Vorfall, der mir begegnet ist, damitich keinen Mißgriff begehe. Wie neulich die Tanfhandlnng vorgenommenwurde, war ein Mann dabei anwesend, der unter den versammelten Brn-dern für einen alten Gläubigen galt und schon vor meiner Erwählung,ja ich glaube gar schon vor der Einsetzung des HeraklaS, an den Versamm-lungen Theil genommen hatte. Dieser trat, nachdem er die Fragen und»Antworten angehört hatte, weinend und sich selbst beklagend, zu mir hin,»fiel mir zu Fußen und bekannte und betheuerte höchlich die Taufe, die er»bei den Ketzern empfangen habe, sey nicht von dieser Art und habe mitdieser im Geringsten nichts gemsin. Denn jene seh voll Gottlosigkeit und»Lästerung. Er sagte, er werde von den heftigsten Gewissensbissen gequältund getraue sich nicht, die Augen zu Gott aufzuschlagen wegen der gott-losen Worte und Gebrauche, unter welchen er getauft worden sey. Deß-»wegen bitte er um die Ertheilnng dieser ganz läutern Reinigung, Auf-nahme und Gnade, (b) Allein ich wagte es nicht, dieß zu thnn, sondern»entgegnete ihm, seine vieljährige Gemeinschaft mit der Kirche sey für ihnhinlänglich. Denn da er seit so langer Zeit die Bsnediktion angehört, dasAmen (2) mitgesprochen, beim Tische gestanden, die Hände zur Empfang-nahme der heiligen Speise ausgestreckt, (?) und an dem Leibe und demBlute unsers Herrn Jesu Christi so lange Zeit Theil genommen hat,so möchte ich mich nicht wohl erkühnen, ihn von Neuem durch die Taufeeinzuweihen. Ich hieß ihn indessen guten Muths sehn und mit festemGlanben und gutem Gewissen an dem heiligen Abendmahl Theil nehmen.Allein er hört nicht auf zu trauern und zittert, zum Tische hinzugehen undgetraut sich kaum auf vieles Bitten, dem Gebete beizuwohnen.« Außerden genannten Briefen des Dionysius hat man auch noch einen andernBrief von ihm über die Taufe, welcher in seinem und seiner GemeindeNamen an st'ystus und an die römische Gemeinde gerichtet ist, worin ereine weitläufige Untersuchung über die vorliegende Streitfrage anstellt, sowie überdieß noch einen an den römischen Dionysius, den Lucianus (ss) be-treffend. So viel hievvn.

(1) D. h. Er verlangte noch einmal getaust zu werden.

(2) Dieß that nämlich die ganze Gemeinde, nachdem der Priester die Benediktion beimAbendmahl vollendet hatte.

(3) Es erhellt aus dieser Stelle, daß sich die Alten damals noch eines Tisches undnicht eines steinernen Altars bedient und das Abendmahl stehend, nicht knieend empfangenhaben. Beim Hinnehmen des Brods, welches sie mit der rechten Hand empfingen, hieltensie die linke unter, damit nichts auf die Erde siel.

(4> Dieser Lucianus ist nicht weiter bekannt. Der berühmte Schriftsteller von Samo-sata ist es wohl nicht. Stroth vcrmuthet daruiwer den römischen Bischof Lucius, der auchLucianus genannt worden sey, Danz den Presbyter Lucianus von Karthago, dessen Eypria-mis in seinem 27stcn Briefe gedenkt.