2^6 Gallus n. VolussannS. I. Chr. 256. Justus ZI.
»zu besserer Belehrung in Briefen (1) abgefaßt, wovon ich dir die Abschrif-ten schicke."
Siebentes H a np t siu ck.
Ahn dem höchst vcrabschcuungswürdigen Jrrthum der Ketzer, und der dem Dionysiusvon Gott gewordenen Erscheinung, so wie von der Kirchcnrcgcl, die er über-liefert bekommen.
In seinem dritten Briefe von der Taufe, welchen er an den PresbyterPhilemon zu Rom geschrieben hat, bemerkt derselbe Dionysius Folgendes:„Ich habe sowohl die Schriften, als die Ueberlieferungen der Ketzer kennen„gelernt und meine Seele eine Zeit lang mit ihren höchst abscheulichen Ge-„danken befleckt, indeß doch den Nutzen davon gehabt, daß ich sie bei mir„selbst widerlegt habe und jetzt nur noch viel mehr verabscheue. Und da„ein Bruder unter den Presbytern mich davon abhalten wollte, weil er be-fürchtete, ich möchte mich von dem Schlamme ihrer Schlechtigkeit fort-„schwemmen lassen und Schaden an meiner Seele nehmen, wobei er aller-dings, wie ich selbst einsah, Recht hatte, so kam eine Erscheinung, von Gott„gesandt, welche mich stärkte. Und es erging eine Stimme an mich, welche„mir mit deutlichen Worten befahl: „Lies nur Alles, was du in die Hände„bekommst. Denn du hast Fähigkeit genug, Alles zu bsurtheilen und zu„prüfen, und dicß ist dir von Anfang an auch die Ursache zum Glauben ge-worden.« Ich glaubte der Erscheinung als übereinstimmend mit jener Auf-forderung des Apostels, die er an die Stärkern richtet: „Werdet geschickte„Geldwechsler.« (2) Nachdem Dionysius hieraus Einiges von den Ketzereienüberhaupt gesagt, fährt er weiter also fort: „Folgende Regel und Norm„habe ich von unserem seligen Vater (3) Heraklas überkommen. Diejeni-gen, welche von den Ketzern zur Kirche kamen, wiewohl sie vorher von der-selben abgefallen waren, noch mehr aber diejenigen, welche nicht einmal„abgefallen waren, sondern dem Scheine nach Gemeinschaft mit derselben„hielten, daneben aber angegeben waren, daß sie einen der Jrrlehrer be-„suchten, jagte er aus der Kirche hinaus und nahm sie, wenn sie baten, nicht
(1) H!cr scheinen die Briefe gemeint zu scyn, die er an Ammon, Bischof von Bcrenica,an Telesphorus und Euphranor wider den Sabcllius geschrieben, von welchen Eusebiusunten Kap. 26. redet. Walcsius.
(2) D. h. werdet geschickt, die echten und die unechten Münzen von einander zusondern. Diese von den Kirchenvätern häusig angeführten und bald Christo, bald demPaulus zugeschriebenen Worte finden sich so, wie sie hier stehen, nirgends im neuen Testa-mente, weshalb denn Ußher annimmt, es scyen dieselben aus dem Evangelium an die Heb-räer genommen, eine Annahme, welche bei vielen Gelehrten Beifall gefunden hat undwelcher die von Cotclier, daß sie entweder aus der mündlichen Tradition oder einem bessernApokryphen entnommen scy, verwandt ist. Indeß ist es nicht nöthig, zu einer solchen An-nahme seine Zuflucht zu nehmen, da sie bei der bekannten Freiheit der Kirchenväter inden Citationen aus der heiligen Schrift als ebenso gut in 1 Thess. 5, 21. wie bei ihrerallegorisirendcn Auslegungsweise in Matth. 25, 27. enthalten angenommen werden und so-weit eben gut als Worte des Apostels, wie als Worte Christi betrachtet werden können.
HS) Noch in diesem und vielen folgende!: Jahrhunderten wurde der Name eines Vaters(Papa) allen Bischöfen ertheilt.