Decius. Jahr Christus 252. Kornelius. 2Sil
Nach einigen wenigen Sätzen fährt sodann Korneune noch weiter also fort:..Dieser saubere Mensch hat die Kirche Gottes verlassen, in welcher er,^nachdem er geglaubt, auö Gefälligkeit des Bischofs, der ihm zur Ein-weihung zum Presbyter die Hände aufgelegt, des Presbyteramtes ge-„würdigt worden war. ES wollte eö zwar nicht bloß die ganze Geistlichkeit,„sondern auch viele Laien (1) nicht zulassen, da es nicht erlaubt war, daß„einer, der, wie dieser im Bette durch Lesprengnng die Taufe empfangen„hatte, irgend eine geistliche Wurde bekleide, allein der Bischof (2) bat,„man möchte ihm doch nur bei diesem die Weihung zum Presbyter er-lauben." Hierauf führt Kornelius noch Folgendes an, das unter denTollheiten dieses Mannes noch die allerärgste ist. Er erzählt nämlich Fol-gendes: „Wenn er das Abendmahl hält und jedem seinen Theil auetheilt„und in die Hände gibt, so zwingt er die armen Leute, statt ihnen den„Segen zu ertheilen, zu schwören, wobei er mir beiden Händen die Hände„des Empfangenden festhält und nicht eher loslaßt, als bis sie folgenden„Schwur — ich will ihn wörtlich anführen — gesprochen haben: Schwör„m ir bei demLeibe undBlute u n se re 6 H err n I es u C h rist i,„daß du mich niemals verlassen und dich zu Kornelius„wenden willst. Und so darf der unglückliche Mensch nicht früher das„Abendmahl genießen, als bis er ihn verflucht hat. Und anstatt daß der-selbe, wenn er das Vrod empfängt Amen (3) spricht, muß er sagen:„I ch wil l nicht wied er zu Kornelius halte n." Und noch etwasweiterhin sagt Kornelius noch Folgendes: „Uebrigens wisse, daß er bereits„verlassen ist und allein steht, da ihn Tag für Tag die Brüder verlassen„und zur Kirche zurückkehren. Auch hat der selige Märtyrer Moses, der„erst neulich ein schönes und bewundernswürdiges Märtyrerthnm bei uns„bestanden hat, als er noch am Leben war, wie er des Menschen Frechheit„und Wahnsinn sah, alle Gemeinschaft mit ihm und seinen fünf Pres-bytern, welche sich zugleich mit ihm von der Kirche getrennt hatten, abge-brochen." Am Ende seines Briefs gibt noch Kornelius ein Verzeichnis;derjenigen Bischöfe, welche zu Rom sich eingefunden und den Unsinn desNovatns verdammt hatten, worin er ihre Namen nebst den Kirchen, wel-chen ein jeder vorgestanden, meldet. Auch diejenigen, welche nicht zu Romerschienen, aber dem Beschlüsse der vorgedachten schriftlich beigetreten waren,führt er dem Namen und den Städten nach, woher ein jeder geschrieben,an. Dieß ist es, was Kornelius dem Fabins, Bischof zu Antiochien, schrift-lich gemeldet.
(1) Die Presbyter konnte» ehemals ohne Beistimmung der Geistlichkeit und des Volksvom Bischof nicht ordinirt werden. Vom Stimmrechte des Volkes bei der Wahl derselbenzeugen auch die Väter des nicänischen Konciliums; ja das Volk galt dabei so viel, daßes öfters stürmisch und aufrührerisch verlangte und cS auch dahin brachte, daß dieser oderjener zum Presbyter gemacht wurde. Valcsins.
(2) Wahrscheinlich Fabianus.
(3) Dieß sagte sonst der Kommunikant beim Empfang des Abendmahls, wenn derPresbyter gesagt hatte: Lorpus I)vmi»i.