224 Gordianns. Jahr ChristuS 258. Fabianus.bis zu dem Gesichte von den vierfüßigen Thieren in der Wüste, dreißigTheile uns zu Händen gekommen, über Ezechiel aber 25, was auchAlles ist, was er über diesen Propheten geschrieben hat. Da er sich so-dann zu Athen aufhielt, so vollendete er daselbst seinem Kommentarüber Ezechiel und fing den über das Hohelied an und führte ihn biszum 5ten Buche fort. Nach Cäsarea zurückgekehrt, vollendete er auchdiesen, so daß er im Ganzen 10 Bücher ausmacht. Doch wozu soll ichhier ein genaues Verzeichnis; der Schriften dieses Mannes liefern, dadieß ein eigenes Buch erfordern würde und wir bereits ein solches in -der Lebensbeschreibung unseres Zeitgenossen, des heiligen Märtyrers Pam-philus, gegeben haben. Indem wir nämlich daselbst den großen Eiferdes Pamphilus für die Theologie darlegten, haben wir zugleich ein Ver-zeichnis; von den Büchern des Origenes und anderer Kirchenschriftsteller,wovon Pamphilus eine Sammlung veranstaltet hatte, mitgetheilt. Wemalso daran gelegen ist, der kann sich daraus eine vollständige Nach-richt von den Schriften des Origenes, welche auf uns gekommen sind,verschaffen. Jetzt aber muß ich im Verlaufe meiner Geschichte weiterschreiten.
Wreinud dreißigstes Hauptstiick
Von dem Jrrthumc des Beryllus.
Beryllus, der kurz vorher von uns angeführte Bischof von Hoftrain Arabien versuchte mit Ucberschreitung der kirchlichen Lehre einige demwahren Glauben widersprechende Meinungen einzuführen. Er wagte näm-lich zu behaupten, unser Erlöser und Herr habe vor seiner Menschwer-dung nicht als ein selbstständiges Wesen existirt, auch habe er keine be-sondere Gottheit, sondern nur die in ihm wohnende Gottheit des Vaters.Wie nun sehr viele Bischöfe Disputationen darüber mit Beryllus an-stellten , so wurde unter andern auch Origenes dazu aufgefordert. Dieserließ sich zuerst in eine Unterredung mit ihm ein, um seine Ansicht zuerforschen. Wie er nun wußte, was Beryllus behauptete, so überwieser ihn, daß er nicht den rechten Glauben hätte, überzeugte ihn durchGründe, gewann ihn durch Beweise, zeigte ihm die wahre Lehre undbrachte ihn so zur vorigen Ncchtglanbigkeit zurück Die schriftlichen Ver-handlungen des Beryllus und der seinetwegen angestellten Versammlung,welche zugleich auch die an ihn gerichteten Fragen dcs Origenes unddie in seiner Gemeinde gehaltenen Disputationen, so wie alles Andere,was damals vorging, enthalten, sind noch jetzt vorhanden. Ueberdief;erzählen die Aeltesten unserer Zeit noch hundert andere Dinge von Orige-nes, welche ich hier als zu vorliegender Geschichte nicht gehörig über-gehen zu können glaube. Was aber von ihm zu wissen nöthig war,das kann man auch aus der von mir und dem heiligen Märtyrer Pam-