Karakalla. Jahr Christus 211 —21Z. Zepbyrmus. 203Grade, sowohl wegen seiner Entfernung und philosophischen Lebensart,als auch besonders, weil Gott selbst sein Rächer gewesen, bewunderten, zurWiederbesteignng des Bischofssitzes eingeladen.
Eilftes Hauptftück.
Von Alexander.
Da aber Narcissns seines weit vorgerückten Zitters wegen nicht mehrsein Amt zu verrichten im Stande war, so berief die göttliche Vorsehungden bereits erwähnten Alexander, welcher Bischof einer andern Gemeindewar, durch eine ihm Nachtö in einem Gesichte gewordene Offenbarung zugemeinschaftlicher Verwaltung des Bisthums mit Narcissns. Dieser nun,als einem göttlichen Ausspruche zufolge, unternahm die Reise vonKappadocien, wo er vorher Bischof war, nach Jerusalem, um daselbstsein Gebet zu verrichten und die heiligen Oerter zu besuchen. (1) Die dor-tigen Bruder nahmen ihn auf das Freundschaftlichste auf und ließen ihnnicht mehr nach Hause zurückkehren, bewogen dazu ebenfalls durch eineOffenbarung, die des Nachts bei ihnen gesehen worden war, wobei dieFrömmsten unter ihnen ganz deutlich eine Stimme vernommen hatten,welche ihnen befahl, vor das Thor hinauszugehen und den ihnen von Gottausersehenen Bischof zu empfangen. Nachdem sie dies; mit Einstimmungder Bischöfe der benachbarten Gemeinden (2) gcthan hatten, nölhigten sieihn mit Gewalt zum Dableiben. Alexander erwähnt auch selbst in seinemnoch jetzt unter uns vorhandenen Briefe an die Autinviten(Z) seiner gemein-schaftlichen Verwaltung des Bisthums mit NarcissuS, indem er am Endedieses Briefes also schreibt: „Es grüßt euch Narcissns, jetzt 106 Jahre alt,„welcher vor mir das hiesige Bisthum verwaltet hat und mir noch jetzt im„Gebete beisteht und ermahnt euch, mit mir einig zu sehn." So weit hievon.Nachdem Serapion, der Bischof der Gemeinde zu Antiochien, zur Ruheeingegangen war, wurde Asklepiades sein Nachfolger, (ä) der sich eben-falls durch Bekenntnis; zur Zeit der Verfolgung ausgezeichnet hatte. SeinerEinsetzung in dieses Amt gedenkt auch Alexander, wenn er an die Antivchierfolgendermaßen schreibt: „Alexander, ein Knecht und Gebundener Jesu
(1) Meß ist das erste Beispiel, daß ein Christ mit einer Art von Andacht die heiligenOerter im gelobten Land besuüte.
(2) Hieronymus in seinem Verzeichnis der Kirchcnschriststellcr und Nicephorus sagen,daß Narcnnls selbst hierein gewilligt habe, welches ohne Zweifel wahr ist. Denn widerseinen Willen kann einem Bischof kein Gehulfe gegeben werden. Sonst sind bei dieserWahl des Alexander »och zwei Fehler wider die Kirchcnregel begangen worden. Einmal,daß Alexander von cincm Bisthum in das andere versetzt wurde; fürs Andere, daß einemnoch lebenden Bischof ein Gehülfe und Mitbischof gesetzt wurde. Und dicß ist das ersteBeispiel von einem Coadjutor eines Bischofs. Valesius.
tss» Die Einwohner der Stadt Antinoia oder Antinopolis in Mittelägypten.
(4l Dieses Umstandcs erwähnt Eusebius hier zu spät. Es geschah noch vor der EinsetzungAlexanders zu Jerusalem und noch unter der Regierung des Severus, obgleich Eusebiusin seiner Chronik es ins Jahr 212 setzt. Stroth.