Severus. Jahr Christus 205 ML. ZephyrinuS. 197selbst jeglichem Reiz zu jugendlichen Ausschweifungen. Den ganzen Taghindurch ertrug er die nicht geringe Anstrengung des Unterrichts und dengrößer» Theil der Nacht widmete er dem Studium der heiligen Schrift.Er führte mit der strengsten Enthaltsamkeit ein recht philosophisches Leben,bald sich im Fasten übend, theils sich die Zeit des Schlafes sehr genau zu-messend. Aber auch diesen erlaubte er sich im geringsten nicht auf einemLager, sondern nur auf dem bloßen Boden. Vor allem andern aberglaubte er, man müsse jene evangelischen Vorschriften unseres Erlösers be-obachten, nämlich mau solle nicht zwei Röcke, noch Schuhe haben, nochsich von Sorgen für die Zukunft beängstigen lassen... Ja, er hielt sogarmit einer größern Bereitwilligkeit, als von seinem Alter zu erwarten stand,in Kälte und Blöße aus und trieb es aus den höchsten Gipfel einer über-mäßigen Armnth, wodurch er seine Freunde in das größte Erstaunen, aberauch sehr Viele, die ihm für die Mühe, welche sie ihm den Unterricht inder Religion verursachen sahen, gerne von ihren Gütern mitgetheilt hät-ten, in Betrübniß versetzte. Origenes erlag indes; gleichwohl diesen ver-schiedenen Arten von Härte gegen sich selbst nicht, sondern soll sogar nichtnur mehrere Jahre lang, ohne einen Schuh anzuziehen, mit bloßen Füßengegangenseyn, sondern sich auch des Genusses von Wein und andern nicht zumunumgänglich notwendigen Lebensunterhalte gehörigen Dingen eine langeReihe von Jahren enthalten haben, so daß er zuletzt in Gefahr kam, seinenMagen zu schwachen und ganz zu verderben. Während er nun solche Pro-ben eines philosophischen Lebens Allen vor Augen legte, reizte er natürlichmehrere seiner Schüler zur Nacheiferung; ja, es ließen sich dadurch sogarviele angesehene Männer von den ungläubigen Heiden, worunter solche,die in den Wissenschaften und in der Philosophie keineswegs Fremdlingewaren, zur Theilnahme an seinem Unterricht bestimmen. Diese nahmenauch den Glauben an das göttliche Wort aufrichtig und von Herzensgrundvon ihm an und zeichneten sich zur damaligen Verfolgungszeit aus, so daßauch Einige von ihnen ergriffen und als Märtyrer vollendet wurden.
Viertes H a u p t st ü ek.
Wir viele von den Schülern des Origenes Märtyrer geworden.
Der erste unter diesen war der kurz vorhin erwähnte PlutarchuS. Aisdieser zum Tode geführt wurde, so fehlte wieder nur wenig, daß nicht unserOrigeneS, der bis zu seinein letzten Augenblicke bei ihm war, von ssineuMitbürgern getödtet worden wäre, da man ihn als die Ursache seines Todesansah. Jndcß die göttliche Vorsehung wachte auch damals über ihn.Nach Plutarchns wurde Serenas der zweite Märtyrer unter den Schülerndes Origenes; dieser bewährte durchs Feuer den Glanben, den er empfangenhatte. Aus eben dieser Schule wurde Heraklides der dritte Märtyrer und