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Kirchengeschichte
Entstehung
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198
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198 Severus. Jahr Christus 206. Aephyriuus.nach ihm Heron der vierte. Jener war noch ein Katechumene, (1) dieseraber erst vor Kurzem getauft. Beide wurden enthauptet. Noch wurdeaußer diesen aus derselben Schule ein anderer, von dem ersten zu unterschei-dender Serenus der fünfte Kämpfer für den Glanben. Auch dieser soll,nachdem er viele Martern ausgestanden, die Strafe der Enthauptung er-litten haben. Von den Frauenzimmern empfing Herais, die noch eine Ka-techumene war, die Taufe durch das Feuer, (2) wie Origenes selbst irgendwosich ausdrückt, und schied so ans der Welt.

Fünftes Hauptstück.

Von Potamiäna.

Diesen kann als der siebente Basilides beigezählt werden, welcher dieberühmte Potamiäna zum Tode führte. Von dieser wird noch jetzt bei denLeuten ihrer Gegend sehr viel gesprochen, weil sie außerordentlich viel, nichtbloß für die Unbeflecktheit ihres Korpers und für ihre jungfräuliche Ehre, durchwelche sie sich auszeichnete, wider ihre Liebhaber gestritten (denn außerdem,daß sie eine schöne Seele besaß, stand auch die Schönheil ihres Körpers involler Blüthe), sondern auch für ihren Glauben an Christum erduldet hatte,und zuletzt nach grausamen, schon zu nennen fürchterlichen Martern nebstihrer Mutter Marcella durch den Feuertod vollendet worden war. Manerzählt sich, der Richter Aguila war sein Name habe, nachdem er sieam ganzen Körper grausam hatte martern lassen, ihr zuletzt gedroht, sieden Umarmungen der Fechter preiszugeben. Auf dicß habe sie ein wenigbei sich nachgedacht, sodann aber auf die Frage, wozu sie entschlossen sey,eine Antwort gegeben, die der Ansicht der Heiden nach etwas Gottloses ent-hielt. (Z) Kaum hatte sie dieß gesagt, so empfing sie ihr Endurtheil undwurde dem Basilides, einem von den Trabanten, übergeben, der sie zumTode führte. Wie der Pöbel auf sie zudrängen und sie mit rohen Wortenhöhnen wollte, so jagte Basilides diejenigen, welche sie höhnten, weg, hieltsie ab von ihr und bewies ihr überhaupt viel Mitleiden und Theilnahme.Potamiäna erkannte sein Mitgefühl für sie an und ermahnte ihn, getrostzu seyn. Denn sie wolle sich ihn nach ihrem Hingang zum Herrn erbitten

(1) So hießen diejenigen, welche in den Anfangsgründen der christlichen Religionunterrichtet wurden, ehe man sie zur Taufe zuließ; sie waren gleichsam die Aspiranten derAufnahme in die Gemeinde.

(2> Diesen Ausdruck wählte wohl Origenes, weil nach der Ansicht der alten Kircheder Märtyrcrtod die Taufe ersetzte (nach Matth. t0, 39) und durch denselben, wie durchdie Taufe, vollkommene Vergebung der Sünden erlangt wurde. Ja, Origenes erhebt dieBluttaufe noch über die Wasiertaufe, weil in jener die Seele so rein im eigenen Blute ab-gewaschen würde, daß der Fürst dieser Welt nicht das Geringste an ihr finden könne.

(3) Was dieß gewesen sey, können wir nicht sagen, es scheint aber so etwas gewesenzu seyr, wodurch fle sich in den Augen der Heiden so cnthciligt, daß es keiner ohne eineeigene Versündigung wagen dürfen, sich mit einer nach ihren heidnischen Begriffen so gott-losen Person zu vermischen und daß sie also durch diesen Kunstgriff ihre Ehre und Tugendin Sicherheit aestellt. Stroth.