Severus. Jahr Christus 204. Zephyriuus. 1VZfurcht geküßt und sich glücklich gepriesen, einen solchen Sohn zu besitzen.Dieß und Aehnliches erzählt man von Origenes, da er noch ein Kind war.Nachdem sein Vater als Märtyrer vollendet hatte, so wurde er, noch nichtvöllig 17 Jahre alt, mit seiner Mutter und noch sechs andern jüngern Ge-schwistern verwaist zurückgelassen. Da das Vermögen seines Baters derkaiserlichen Schatzkammer anheimgefallen war, so litt er nebst seinen Angehört'gen Mangel an den Bedürfnissen des Lebens, allein Gott würdigte ihn seinerFürsorge. Origenes fand eine freundliche Aufnahme und einen Aufent-haltsort bei einer eben so reichen, als angesehenen Frau. Diese hatte aberauch einen sehr berufenen Mann von den damaligen Ketzern zu Alexandrienbei sich, behandelte denselben mit vorzüglicher Sorgfalt und behielt ihn alsihren angenommenen Sohn. Er hieß Paulus und war ans Antiochien.Wiewohl Origenes nothgedrnngen mit diesem leben mußte, so legte er dochvon dieser Zeit an die sprechendsten Proben seiner Rechtgläubigkeit ab.Da Paulus in dem Rufe eines gelehrten Mannes stand, so kam eine un-zählbare Menge nicht bloß von Ketzern, sondern auch von den Unsrigen beiihm zusammen; allein Origenes konnte nie dahin gebracht werden, nur daSGebet gemeinschaftlich mit ihm zu verrichten, sondern er blieb von Kindheitan bei den Vorschriften der Kirche und verabscheute, wie er sich selbst aneinem Orte ausdrückt, die Lehren der Ketzer. Da Origenes schon von sei-nem Vater in die Wissenschaft der Griechen eingeführt worden war, undsich nach dem Tode desselben mit noch größerem Eiser gänzlich der Beschäfti-gung mit den Wissenschaften ergab, so, daß er sich zureichende Kenntnissein den Fächern der Grammatiker (1) erwarb, so konnte er sich dadurch, nach-dem er nach der Vollendung desselben nur kurze Zeit sich denselben völliggewidmet hatte, einen für sein damaliges Alter sehr reichlichen Unterhalterwerben^
Drittes Haupt stück.
Wie Origenes noch sehr jung schon das göttliche Wort gelehrt.
Während er, wie er selbst an einer Stelle seiner Schriften bemerkt, zuAlexandrien mit Unterricht sich beschäftigte und Niemand daselbst die Lehrendes Christenthnms vortrug, da Alle vor der drohenden Verfolgung geflohenwaren, kamen einige Heiden zu ihm, um das Wort Gottes zu hören. DerErste derselben war, wie er berichtet, Platarchus, (2) der nach einem treff-lichen Leben auch mit einer herrlichen Märtyrerkrone geschmückt ward undder zweite Herakles, ein Bruder des Plntarchus, welcher, nachdem er eben-
(1) Die Grammatiker beschäftigten sich mit Wort- und Sacherklärung der altenSchriftsteller, besonders der alten Dichter und Geschichtschreiber.
(2) Ist nicht zu verwechseln mit dem berühmten Geschichtschreiber und PhilosophenPlutarchus aus Chäronea, der ein halbes Jahrhundert früher lebte.
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