Severus. Iabr Christus 202. Zephyrinus. lltl
„vorgefallen wäre, sie vielleicht sogar die dortigen Leute zur Buße gebracht„haben würde. Es ist noch nicht gar lange, sondern noch zu unfern Zeiten,„daß ein gewisser Bekenner, Namens Natalies, war. Dieser wurde einst„von einem gewissen Asklepivdotus und einem gewissen andern TheodotuS,„einem Geldwechsler, verfuhrt. Diese beide waren Schüler des SchnsterS„TheodotuS, der zuerst dieser Meinung oder vielmehr dieses UnsinnS wegen„von Victor, der, wie gesagt, damals Bischof war, von der Kirchcnge-„meinschaft ausgeschlossen worden war. Von diesen ließ sich Natal's be-„reden. gegen eine Besoldung (1) sich zum Bischof dieser Sekte machen„zu lassen, so nämlich daß er mouarlicb 170 Denare von ihnen bekäme. Da„er nun bei ihnen war, so wurde er öfters von dem Herrn in Gesichtern ge-„warnt. Denn unser barmherziger Gort und Herr Jesus ChristnS wollte„nicht, daß ein Zeuge seiner Leiden sich außer der Kirche befinden und ver-loren gehen sollte. Da aber 'Natalis angelockt durch den Vorsitz bei ihnen„und von schandbarer Gewinnsucht, die so Viele in das Verderben stürzt, die„Erscheinungen wenig beachtete, so ward er endlich von heiligen Engeln„die ganze 'Nacht hindurch gegeißelt und heftig durchgeprügelt. Er stand„daher früh Morgens auf, that einen Sack an, bestreute sich mit 'Asche, fiel„aufs Eilfertigste und unter Thränen vor dem Bischof JephyrinuS nieder„und wälzte sich zu den Füßen nicht bloß der Geistlichen, sondern auch der„Weltlichen und erweichte durch seine Thränen die zum Mitleid geneigte„Kirche des erbarmenden Christus, so daß er endlich nach vielen angewand-ten Bitten und Vorzeigung der Striemen von den Schlägen, welche er be-kommen, (2) mit genauer'Nvth wieder in die Kircheugemeinschaft aufge-nommen wurde." An diese Erzählung wollen wir auS demselben Schrift-steller auch noch eine andere Stelle über sie anknüpfen. Sie lautet folgen-dermaßen: „Die heilige Schrift haben sie ganz uugescheut verfälscht, die„Richtschnur des alten Glaubens verworfen und Christum verkannt. Sie„untersuchen nicht was die heilige Schrift lehrt, sondern sie sinnen sorgfältig„darauf, was für eine Schlußform zum Beweise ihrer Irreligiosität gefun-den werden könne. Und wenn ihnen jemand eine Stelle auS der heiligen„Schrift vorhält, so forschen sie nach, ob die conjunctive oder disjunctive„Schlußform daraus gemacht werden könne. Gottes heilige Schriften„haben sie bei Seite gesetzt und beschäftigen sich jeyt mit der Geometrie, als„Leute, die von der Erde sind, Irdisches reden, und den, der von oben kvm-„men wird, nicht kennen. EnklideS mit seiner Geometrie wird demnach„ber ihnen hoch erhoben, Aristoteles und TheophrastuS werden bewundert
(!) Die Bischöfe und andern Kirchendiener waren zwar schon längst durch die frei-willigen Beiträge der Gemeinden verhalten worden, aber von einer festen Besoldung anbaarcm Gelde war lange nicht die Rede gewesen. Deswegen rechnete man es auch denMontanisten so hoch an, daß sie ihre Geistlichen mit Geld salarirtcn.
(2) Ob hierunter die Schläge zu verstehen sind, die er von den Engeln bekommenoder die er ehemals als Bekenner erlitten, läßt sich wohl nicht mit völliger Gewißheit be-stimmen.