18-1 Kommodus. Jahr Christus 160^-191. Virtor.
geändert. (1) Wer Lust hat, seine Reden vor dem Richter und seine Ant-worten auf die Fragen des Perennins, so wie seine ganze Vertheidigungs-rede vor dem Senate kennen zu lernen, der kann sie ans der Sammlungder älteren Märtyrcrgeschichtcn erfahren.
Im 10ten Jahre der Negierung des Kommodus wurde Victor derNachfolger des Eleutherus, nachdem dieser das bischöfliche Amt 15 Jahrelaug verwaltet hatte. In demselben Jahre uberkam nach Julianns, welcher10 Jahre laug Bischof zu Alexandrien gewesen war, Demetrius diese Würdedaselbst. Zu eben dieser Zeit war auch noch der oben erwähnte Serapionals der achte Bischof nach den Aposteln bei der Gemeinde zu Antiochienberühmt. Der Gemeinde zu Casaren in Palästina stand Theophilus vor,und Narcistus, dessen unsere Geschichte schon oben Meldung geihan, hattenoch damals die Aussteht über die Gemeinde zu Jerusalem. Bischof zuKorinth in Griechenland war zu der nämlichen Zeit Bacchyllus, so wiezu EphesuS Polykrates. Außer diesen waren, wie sich von selbst versteht,noch tausend Andere zu dieser Zeit berühmt. Doch war es billig, die-jenigen von ihnen, deren rechtgläubige Lehre in Schriften auf uns ge-kommen ist, namentlich anzuführen.
Damals wurde eine nicht unwichtige Streitfrage in Anregung ge-bracht. Die Gemeinden in ganz Asien (5) nämlich glaubten, einer altenUeberlieferung zufolge, das Passahfsst am lüten Tage des Monden, auwelchem den Juden das Passahlamm zu opfern geboten war, (ss) feiernzu müssen (5) und überhaupt an diesem Tage, mochte es einen Wochentag
(1) D» Valois versteht dieß von dein Gesetze des LrajanuS, daß man zwar die Christennicht aussuchen, wenn sie aber vor Gericht gebracht würden, am Leben strafen solle.
t2) Oder der Streit, an welchem Lage die Ostermahlzeit, welche gewöhnlich unterdem Worte Passah zu verstehen ist, gehalten werden solle. Die abendländischen Christenund viele morgenländischc hielten sie am Lage vor dem Aufxrstehungsfest, die Asiaten aberan demselben Tage, an welchem die Juden ihr Ostcrlamm aßen, also eigentlich an demLeidcnstagc, und am dritten Tage darauf begingen sie das Auferstchungsfest. Sie unterbrachenalso durch diese Mahlzeit die Ostcrfastcn, welches wohl den meisten Anstoß gab. Stroth.
(5) Hier ist unter Asien die sogenannte Asm ^rooonsularis, Acolien, Jonicn, Lydienund Karien im westlichen Lhcilc von Kleinasien zu verstehen.
(4) Dieß war der 14tc Lag des ersten jüdischen Monats, welcher Nisan heißt (odernach unserer Berechnung der t4te Tag nach dem Neumonde im März).
(5) Wcil^man annahm, daß Christus das letzte Mahl mit seinen Jüngern als eincigcnilichcs Passahmahl zu derselben Zeit, in welcher die Juden dieses feierten, genossen habe.
ZweiAndIu>an.vig lies Hauptstück.
Welche Bischöfe zu dieser Zeit berühmt gewesen.
Von der damals in Anregung gebrachte» Passahfrage. s2ss