189 KommodnS. Jahr Christus 186—190. CleutheruS.»es auf eine Untersuchung ankommen lassen." An einer andern Stellederselben Schrift äußert sich Apvllonius über die Propheten, deren sie sichrühmen, folgendermaßen: „Wenn sie es leugnen, daß ihre Propheten Ge-schenke genommen haben, so müssen sie doch dieß zugestehen, daß es keine„Propheten sind, wenn man ihnen nachweist, daß sie Geschenke genom-„men haben. Und ^davon können wir tausend Beweise liefern. Jn-„deß man muß nothweudig alle Früchte eines Propheten prüfen. Sage»mir nun, färbt sich wohl ein Prophet die Haare? Bemalt sich ein Prophet„die Augeulieder und Augeubrannen? Liebt ein Prophet den Putz ? Treibt„ein Prophet Brett - und Würfelspiel ? Leiht ein Prophet Geld auf Zinsen?„Darüber mögen sie sich erklären, ob dieß erlaubt sey oder nicht, ich aber„will beweisen, daß es bei ihnen vorgefallen ist.« Eben dieser Apolloniasbemerkt in der angezeigten Schrift, daß zur Zeit der Abfassung derselbenäv Jahre verflossen seyen, seitdem Montauns den Anfang mit seiner vor-geblichen Weissagung gemacht. Ferner erzählt er, daß Zvtikns, dessen auchder vorhin augeführte Schriftsteller erwähnte, da Maximilla bereits zuPepuza zu weissagen vorgegeben, bei ihr gewesen sey und versucht habe,den in ihr wirkenden Geist zu widerlegen, allein ihre Anhänger haben ihndaran verhindert. Auch erwähnt er unter den damaligen Märtyrern einesgewissen Thraseas. Ueberdieß erzählt er noch als aus einer Ueberlieferuug,unser Erlöser habe den Aposteln geboten, binnen zwölf Jahren sich nicht vonJerusalem zu entfernen. Er braucht auch Beweise aus der OffenbarungJohannis und erzählt, daß Johannes durch göttlicheKraft zu Ephesus einenTodten auferweckt habe. Ueberdieß führt er noch einiges Andere an, wo-durch er den Jrrthum der vorgedachten Sekte aus das Treffendste und Voll-ständigste widerlegt. So weit Apollonias.
Neunzehntes H a u p t st ü ck.
Serapions Urthcil von der Ketzerei der Phrpgicr.
Der Schriften des Apollinaris gegen die erwähnte Sekte thut SerapionErwähnung, welcher, wie es heißt, damals nach Mapiminus Bischof der Ge-meinde zu Antiochia war. Er gedenkt desselben in seinem Brief au Kariknsund Pontikus, worin er auch die nämliche Sekte widerlegt, mit folgendenWorten : „Damit ihr euch aber auch überzeugt, daß das Wesen und Treiben„dieser lügenhaften Schule, welche die neue Prophetie genannt wird, von der„ganzen Brüderschaft in der Welt verabscheut wird, so schicke ich euch auch„die Schriften des höchst seligen Klaudius Apollinaris, gewesenen Bischofszu Hierapolis in Asien." In eben diesem Briefe des Serapion befinden sichauch Unterschriften verschiedener Bischöfe, von welchen der eine also unter-zeichnet hat: „Ich Aurelins Cyrenius, ein Märtyrer, wünsche euch wohl„zu leben,« ein anderer aber: »Aelius Publius Julius, Bischof von der